Berlin : Ministerium will langes Dach für den Hauptbahnhof

Matthias Oloew

Das Bundesbauministerium empfiehlt die Verlängerung des Dachs am Berliner Hauptbahnhof. Das geht aus einem Schreiben des Ministeriums an die Mitglieder des Bundestagsausschusses für Verkehr und Bauen vor, das dem Tagesspiegel vorliegt. Grundlage der Empfehlung ist eine technische Machbarkeitsstudie, die das Ministerium in Auftrag gegeben hatte, um den Aufwand zu ermessen. Die Bahn hatte das Dach nach den Entwürfen des Architekturbüros von Gerkan, Marg und Partner (GMP) seinerzeit gekürzt, um den Baufahrplan einzuhalten und den Bahnhof zur Fußball-WM 2006 in Betrieb nehmen zu können.

Die Gutachter rechnen mit Baukosten von 53 Millionen Euro für die Dachverlängerung. Allerdings müsste der Verkehr auf der Stadtbahn für zwei bis drei Monate komplett gesperrt werden. Betroffen wären davon zahlreiche ICE-, IC- und Regionalzugverbindungen wie auch die S-Bahn zwischen Zoologischer Garten und Friedrichstraße. Der Verkehr auf der Nord-Süd-Achse des Bahnhofs könne während der Bauarbeiten jedoch ungestört weiterlaufen.

Die weitgehend vorhandenen und eingelagerten Teile des Glasdachs müssten auf den Flächen neben dem Bahnhof zusammengesetzt, mit riesigen Kränen hochgehievt und montiert werden. Nicht zuletzt deshalb empfiehlt das Ministerium, die Bauarbeiten jetzt in Angriff zu nehmen: Stehen erst einmal, wie geplant, rundherum Gebäude, fehlt für diese Montage der Platz – die Baukosten würden sich noch einmal verteuern. Der Bau- und Verkehrsausschuss wird sich voraussichtlich nächste Woche mit den Empfehlungen befassen. Matthias Oloew

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