Misereor Fastenaktion : Gegen den Hunger in der Welt

In der Kreuzberger St.-Marien-Liebfrauen-Kirche wurde am Sonntag die Fastenaktion von Misereor eröffnet.

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Ein Bewässerungsprojekt in Uganda.
Ein Bewässerungsprojekt in Uganda.Foto: Hartmut Schwarzbach/MISEREOR

In bunten Gewändern tanzen und singen die afrikanischen Christen vor dem Altar der Kreuzberger St.-Marien-Liebfrauen- Kirche. Harriet Nakasi sitzt einige Reihen vor ihnen in der Kirchenbank. Nachdenklich blickt die Frau aus Uganda zum Altar. Die Leiterin des Landwirtschaftsprogramms der Erzdiözese Kampala ist nach Berlin gekommen, wo in einem Fernsehgottesdienst am Sonntag die bundesweite Eröffnung der bischöflichen Fastenaktion Misereor stattfindet. Sie kommt aus einem Land, in dem Menschen bis heute Hunger leiden. „Meine Familie kommt selbst aus einem kleinen Dorf“, sagt Nakasi. „Ich weiß, wie sich Hunger anfühlt.“ Doch Nakasi hatte Glück: Sie konnte zur Schule gehen, keine Selbstverständlichkeit in Afrika. Anschließend studierte sie Landwirtschaft. Heute engagiert sie sich für den ökologischen Landbau.

Misereor unterstützt Projekte in Uganda

Mit einem Team von 200 Beratern hilft die Erzdiözese Kampala den Bauern bei der Auswahl der Pflanzen oder der Anlage von Wassertanks. „Wir ermuntern Bauern, anzubauen, was sie selbst essen können“, sagt Nakasi. Durch den ökologischen Landbau entstünden sogar Überschüsse: „Die können die Menschen dann auf dem Markt verkaufen.“

Kurze Zeit später tritt der Berliner Kardinal Rainer Maria Woelki vor den Altar. Er wirkt empört, fast schon wütend, als er wieder einmal über den Hunger in Afrika spricht. „842 Millionen Menschen hungern nach offiziellen Statistiken weltweit“, sagt Woelki. „Aber eigentlich müsste kein einziger Mensch hungern.“ Es gebe weltweit genügend Nahrungsmittel für alle. Jeder Mensch auf der Erde sei von Gott geliebt und gewollt. „Deswegen können wir solidarisch leben, als Schwestern und Brüder, die in Gott einen gemeinsamen Vater haben“, sagt Woelki. Und jeder Einzelne könne vieles geben.

Ganz praktisch ging das in Form einer Spende für die Hilfsaktion der Deutschen Bischöfe: Am Sonntag wurden prall gefüllte Kollektenkörbchen durch die Bankreihen gereicht – zur Freude auch von Harriet Nakasi, für deren Projekt in Uganda nun einige Euro mehr zur Verfügung stehen.

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