Berlin : Mit Chipkarte schwimmen gehen

Der Chef der Berliner Bäderbetriebe kündigt im Interview mit dem Tagesspiegel ein neues, flexibles Preissystem an

Claudia Keller,Matthias Oloew

Von Claudia Keller

und Matthias Oloew

Berlins Bäder sollen ein flexibles Preissystem bekommen. Das kündigte Bäderchef Klaus Lipinsky im Tagesspiegel an. Auf einer Chipkarte werde ein Guthaben gespeichert, das die Kunden „abschwimmen“. Die Preise wären gestaffelt und orientierten sich nach der Aufenthaltsdauer im Bad, dem Dienstleistungsangebot des Bades und der Tageszeit, zu der man schwimmt.

Das Ganze werde in einer Art Punktesystem gegliedert, das wiederum in Euro umgerechnet und vom Guthaben der Karte abgezogen wird. Die neue Karte könnte es in einem Jahr geben. Zu Beginn der Sommersaison 2004 will Lipinsky auch wieder Saisonkarten für die großen Bäder anbieten. Was diese kosten, steht noch nicht fest. Klar ist nur, dass eine Karte fürs Prinzenbad zum Beispiel teurer wird als für den Wannsee – im Prinzenbad sind die Betriebskosten höher.

Den jährlich sinkenden Zuschuss des Senats für den Betrieb der Bäder will Lipinsky durch eine neue Rechtsform der Bäderbetriebe auffangen. Als eine GmbH zum Beispiel, die die Bäder nicht nur verwaltet, sondern auch besitzt. Der Vorteil: Sie könnte die Liegenschaften gewinnbringend vermarkten.

Kooperationen der Schwimmbäder zum Beispiel mit Fitnessstudios oder Shopping-Centern kann sich Lipinsky sehr gut vorstellen. So will er den jährlich geringer werdenden Zuschuss des Senats auffangen, so dass kein weiteres der 64 Berliner Bäder schließen muss.

Als Stiftung oder GmbH müssten die Bäderbetriebe allerdings Eigentümer der Bäder werden, damit sie diese besser vermarkten können. Danach gefragt, ob er sich Kooperationen mit einem Supermarkt oder einem kleinen Shopping-Center vorstellen könne, sagte Bäderchef Lipinsky: „Nicht schlecht.“ In den Spandau-Arcaden beispielsweise gibt es nämlich neben Läden und Cafés ein Wellnessbad – vielleicht ein Vorbild für einige der Berliner Bäder.

Den Sanierungsbedarf für alle Berliner Bäder bezifferte Klaus Lipinsky auf 88 Millionen Euro, davon 24 Millionen für das Strandbad Wannsee und 12 Millionen für das Sportforum Hohenschönhausen.

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