Berlin : Mit dem Auto mittenmang ins Kaufhaus

rop

Es soll ein ganz besonderer Markt werden, ein Einkaufszentrum an der Avus, in das man mit dem Auto hineinfahren kann. "Drive-in-Bazar" taufte die Architektur-Studentin Martina Hering-Motaleb ihren Entwurf. Für ihr futuristisches Werk erhielt die 42-jährige Studentin jetzt den "Renault Award für Traffic Design".

"Ich wollte an der Avus-Nordkurve wieder was mit Autos stattfinden lassen", sagte Hering-Motaleb. Aus der Idee wurde Programm. Alle Etagen des Konsum- und Freizeit-Zentrums sollen mit dem Auto erreichbar sein. Alle Wege zu den Etagen sind rund gehalten, teilweise direkt an die stillgelegte Nordkurve angepasst. Das Gebäude soll aber weit mehr als nur ein Einkaufszentrum sein. Auf dem Dach plant die angehende Architektin ein Hotel und einen öffentlichen Garten. Eine Fitness-Anlage und eine TV-Arena zeichnete Hering-Motaleb auch in ihre Skizzen ein. "Bestimmt ein guter Ort, um große Fernseh-Shows zu produzieren", schlägt die 42-Jährige vor. Sowohl die Gäste als auch die Zuschauer könnten mit ihrem Auto bis zum Eingang fahren.

Einige Monate Arbeit investierte die Mutter von zwei Kindern in das Projekt. "Das Konzept des Drive-in-Bazars ist auf die Nachbarschaft ausgerichtet", erklärt die Preisträgerin. Ein Discount-Markt gehöre nicht in das Einkaufszentrum. "Eher Kaufhäuser der gehobenen Klasse, das passt mehr zu den Wilmersdorfern", so Hering-Motaleb.Wie teuer die Realisierung ihrer Vision wäre, das hat die Architektur-Studentin nicht ausgerechnet. Günstig würde es wohl nicht werden. Ob also jemals in der Avus-Nordkurve gebaut wird, weiß niemand. Die Kosten waren auch kein Kriterium bei der Beurteilung der Jury des Traffic-Design-Preises. Bei der prämierten Arbeit überzeugte sie vor allem das "kreative und freche, ohne Klischees belastete Design".

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