Berlin : Mit dem rechten Bein aufstehen kann nicht schaden (Glosse)

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Auch das noch: Kaum ist die Menschheit am Mittwoch knapp dem soundsovielten Weltuntergang entkommen, droht ihr nach der Sonnenfinsternis nun erneut Unheil. Heute ist Freitag der Dreizehnte. Vorsicht ist an diesem Tag geboten, denn der Überlieferung nach bringt dieser Tag nur Pech. Erst recht, wenn man die Torheit besitzt, gerade heute unter einer Leiter durchzulaufen oder nicht aufpasst und einer schwarzen Katze begegnet, die von links kommt. Bereits nach dem Aufwachen müssen schon die ersten Regeln eingehalten werden, damit der Tag glimpflich verläuft. Mit dem rechten Fuß aus dem Bett zu steigen, kann schon mal nicht schaden.

Aber Menschen mit Triskaideka-Phobie können beruhigt sein. Diese Kombination kommt in diesem Jahr nur einmal vor. Triskaideka-Phobie ist im Übrigen die Fachbezeichnung für die Angst vor der Zahl Dreizehn. Die Zahl sei deshalb so furchteinflößend, weil Jesus in einer Runde aus dreizehn Männern verraten worden sei und deshalb sterben musste, ist eine der Theorien über diese Angst. Seitdem gingen Menschen davon aus, dass in einer Runde aus dreizehn Menschen einer sterben müsse.

"Ich glaube nicht daran", sagen viele und stellen erleichtert fest, "dass ja Freitag der Dreizehnte ist", wenn sie genau an diesem Tag besonders viel Pech haben. Oder wundern sich gar, wenn sie viel Pech haben und es ist nicht Freitag der Dreizehnte. Auch werden kuriose Unglücksfälle aus anderen Teilen der Welt, die sich an diesem Tag ereignen, gerne mit diesem Datum erklärt. Dabei kann es durchaus sein, dass in dem jeweiligen Land ganz andere Unglücksbedingungen gelten. Zum Beispiel verbinden auch Griechen und Spanier mit der Zahl Dreizehn besonders viel Pech. Jedoch nur, wenn sie auf einen Dienstag fällt. Dem heutigen Tag begegnen sie mit größter Gelassenheit. Die Italiener dagegen bringt weder die Dreizehn noch der Dienstag oder Freitag aus der Fassung. Für sie ist die 17 die Unglückszahl. Nur aus diesem Grunde soll der Renault 17 dort in Renault 177 umbenannt worden sein. Moslems bleiben an einem "Freitag den Dreizehnten" ebenfalls ruhig. Für sie sind Freitage das, was für die Christen der Sonntag ist.

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