Berlin : Mit Sportfestivals will der Ex-Boxer Jugendkriminalität bekämpfen

Chaban Salih

Ring frei für das erste Henry-Maske-Festival: Am Sonnabend (16 bis 1 Uhr) startet der ehemalige Boxweltmeister seine Projektreihe zur Bekämpfung der Jugendkriminalität in der Bezirkssporthalle Neukölln. "Wir wollen zusammen mit den Basketballern von Alba Berlin Jung und Alt ein attraktives, kostenloses Fun- und Actionprogramm bieten. Die Kids sollen ein bisschen testen, was ihnen gefällt", kündigte Maske gestern auf der Pressekonferenz an.

Maske und die Mitveranstalter von der Deutschen Vereinigung für Jugendgerichte und Jugendgerichtshilfen (DVJJ) wollen mit der Aktion Jugendliche von der Straße holen und Alternativen anbieten. "Den jungen Leuten sollen Perspektiven eröffnet werden", meint Bernd-Rüdiger Sonnen, der Vorsitzende der DVJJ.

Nachdem Maske seine sportliche Karriere 1996 beendete, sieht er nun in der Unterstützung von Jugendlichen sein neues großes Ziel. Dafür gründete er den "Henry Maske Fonds", besucht regelmäßig Jugendstrafanstalten und organisiert jetzt das Festival. "Ich konnte durch den Sport eine Menge für mein Leben lernen. Wir wollen gerade den Jugendlichen in sozialen Brennpunkten die Chance geben, ebenfalls vom Sport zu lernen. In Berlin fangen wir damit an."

Der "Erlebnisparcour" bietet für die Jüngeren Schminkkurse und Kistenklettern. Die Älteren können mit Pfeil und Bogen ihre Treffsicherheit beweisen. Wer lieber mit den Fäusten trifft und seine überschüssige Energie loswerden will, steigt am besten in den Boxring. Maske selbst scheint noch zu überlegen, ob er sein "Comeback" feiern wird: "Wenn ich etwas zeigen soll, kann ich es machen. Bisher hatte ich es eigentlich nicht geplant."

"Der Höhepunkt der Veranstaltung soll aber der Mitternachtsbasketball werden", hofft Sonnen. Mitternachtsbasketball, das ist Streetball in der Halle mit Hiphop-Musik. "Das ist der Trend unter den Jugendlichen", glaubt Maske. Neben Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin werden auch einige Spieler von Alba Berlin kommen. "In einer Großstadt wie Berlin kann man Sport fast nur im Verein treiben. Beim Mitternachtsbasketball ist das anders. Hier kann man ungebunden spielen. Das macht es so attraktiv", sagt Spielmacher Vladimir Bogojevic. Er verbindet damit auch gleich eine Hoffnung: "Vielleicht finden wir ja dabei sogar ein Talent für Alba."

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