MODE FÜR ALLE : Schuhwerk für Fabelwesen

Foto: promo
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Normalerweise werden solche Gegenstände Designklassiker, mit denen sich viele identifizieren können – der Burberry-Mantel, der Slipper von Gucci, die Ray-Ban-Brille.

Der Tabi Boot von Martin Margiela ist da ganz entschieden eine Ausnahme. Sehr seltsam sieht die geteilte Schuhspitze aus, wie bei einem Paarhufer. Jika-tabi waren ursprünglich japanische Arbeitsschuhe, die im 20. Jahrhundert entsprechend den tabi, den japanischen Socken mit geteilten Zehen, erfunden wurden. Geschlossen werden sie mit flachen Ösen an der schmalen Hinterseite des Schuhs.

Der Belgier Margiela adaptierte sie, lässt sie aus feinstem Leder direkt in Japan fertigen und hat sich damit eine treue Gefolgschaft von Frauen geschaffen, die sich in der Mode etwas trauen. Elegant mit einem Drall ins Durchgeknallte, so wirken diese Schuhe.

„Margiela hat den Tabi Boot von Anfang an in seinen Kollektionen gehabt, den gibt es schon sehr lange“, sagt Andreas Murkudis, der in seinem Geschäft derzeit eine Ausstellung von 35 Paaren zeigt. Man sieht vielen von ihnen an, dass sie für den Laufsteg gemacht und auch reichlich getragen wurden. Manche der Stiefel, Pumps, Sandalen und Stiefeletten wurden mit Farbe einfach angepinselt, ein Paar ist über und über mit dem bedruckten Metall der Kapseln von Champagnerflaschen beklebt. Es gibt auch ein Paar gelb-blaue Sportsocken auf Absätzen, metallisch glänzende Chucks, ein Paar goldene Ballerinas und ein bezauberndes Paar Stiefeletten aus zartestem beigem Rauleder mit winzigen Strasssteinchen um die Spitzen – Schuhwerk für Fabelwesen. In einem Video kann man sehen, wie die Schuhe hergestellt werden.

Für Andreas Murkudis hat Maison Martin Margiela eine Sonderedition von zehn Stück angefertigt. Die Stiefeletten aus glattem, braunem Leder kosten etwa 700 Euro. Wer lieber mit normal aussehenden Schuhen durch die Stadt läuft, kann auch Schuhe und Stiefel mit konventioneller Spitze von Margiela bekommen, dazu die aktuellen Kleiderkollektionen für Damen und Herren.

Bis 12.10. bei Andreas Murkudis, Potsdamer Str. 81E, 10785 Berlin, Mo–Sa 10–20 Uhr.

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