Berlin : Modemesse wird Berlin untreu

Bread and Butter geht auf Reisen – in Spandau nur noch eine kleinere Version

Susanna Nieder

Die Modemesse Bread and Butter (B&B) wird ab Sommer 2005 nur noch in einer kleineren Variante in Berlin stattfinden. Die Organisatoren Karl-Heinz Müller, Krystian Geyr und Wolfgang Ahlers wollen Aussteller und Einkäufer jetzt in jeder Saison in eine andere europäische Metropole bitten. Den Anfang macht Barcelona, wo für das B&B-Wochenende von 8. bis 10. Juli 2005 eine Ausstellungsfläche von 90 000 Quadratmetern gemietet wurde. Damit vergrößert sich die Modemesse deutlich; ihre bisherige Ausstellungsfläche im ehemaligen Siemens-Kabelwerk in Spandau umfasste im Vergleich dazu gut 50 000 Quadratmeter.

Als Grund für ihr neues Konzept gaben die Veranstalter an: „Wir müssen in Bewegung bleiben." Im Juli 2001 fand die B&B erstmals als Off-Veranstaltung neben der Interjeans in Köln statt, im Januar 2003 präsentierte sie sich zum ersten Mal in Berlin. Seither besteht das Logo aus drei großen Bs, gekrönt mit einem Bären: „Bread and Butter Berlin“. Das soll so bleiben.

Die Städte, die Messe-Ort werden wollen, müssen drei Kriterien erfüllen: Sie sollen attraktiv fürs junge Modepublikum sein, man muss sie leicht und preisgünstig erreichen können und sie müssen über die notwendige Infrastruktur verfügen. Wien, Prag, Lissabon, Istanbul wurden als Kandidaten genannt. Am liebsten wäre es Müller, Ahlers und Geyr, wenn sich die Städte wie bei Olympia als Gastgeber der B&B bewerben würden. Müller findet das nicht abwegig: „Erst heute Morgen kam eine Anfrage aus Zürich."

Die Zentrale der B&B mit 40 Mitarbeitern soll in Mitte bleiben. Um den 20. Juli 2005 herum soll in Spandau die kleinere Version der B & B stattfinden, wo Ordergeschäfte für den deutschen Markt getätigt werden können. Die Veranstalter rechnen damit, dass gut 35 000 Quadratmeter Fläche besetzt werden. Es ist allerdings fraglich, wie viele Einkäufer diese Möglichkeit 14 Tage nach der „eigentlichen“ B&B wahrnehmen werden, wo die Marken ihren europäischen Auftritt haben und Imagewerbung betreiben. Als regionale Modemesse für den deutschen Markt hat außerdem die CPD in Düsseldorf das günstigere Einzugsgebiet und die längere Tradition.

Für die anderen Berliner Modemessen, vor allem Premium Exhibitions und die neue B-in-Berlin, die im Januar erstmals in den Messehallen am Funkturm stattfindet, dürfte die Neuigkeit ein Rückschlag sein. Die B&B war mit rund 40 000 Besuchern im letzten Sommer bei weitem die größte der Berliner Modemessen und zog entsprechend viele Besucher an. Dass ihr neues Konzept für Berlin eine schlechte Nachricht ist, wollen die B&B-Veranstalter jedoch nicht gelten lassen: Sie sehen sich als „internationale Botschafter für Berlin“. Von 21. bis 23. Januar findet die Bread and Butter noch einmal wie gewohnt in Spandau statt.

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