Berlin : Moskauer Eiszeit endet vorwiegend heiter

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Der Regierende Bürgermeister ist zurück aus Moskau. Sichtlich erschöpft vom zweitägigen Termin-Marathon rund um die Eröffnung des Berlin Hauses, zog Klaus Wowereit auf dem Rückflug eine durchweg positive Bilanz seiner ersten Moskau-Reise. Vor allem für die Wirtschaftsdelegation habe er bei gemeinsamen Gesprächen mit dem Vorsitzenden der Moskauer Handelskammer und dem russischen Wirtschaftsminister „Türen öffnen können“.

Tief beeindruckt zeigte sich Wowereit von einer eher unspektakulären Begegnung am Rande des offiziellen Programmes. Die Fachgemeinschaft Bau für Berlin und Brandenburg hatte den Regierenden in das im Stadtzentrum gelegene Johanneskloster gelotst. Lehrlinge aus der Berliner Region und aus Moskau sollen das in der Sowjetzeit teilweise zerstörte Kloster gemeinsam wieder aufbauen. Beim russischen Brottrunk Kwas und frischen Erdbeeren aus dem Klostergarten versprach Wowereit den Nonnen, dieses wichtige Austauschprojekt auch seinem Moskauer Amtskollegen Jurij Luschkow ans Herz zu legen. Und wirklich erwähnte er das Johanneskloster bei der Eröffnung des Berlin-Hauses und bei der Sitzung zur Berlin-Moskauer Städtepartnerschaft in Luschkows Bürgermeisteramt: „Wir brauchen viele solcher Begegnungen mehrere Ebenen unterhalb der Politik.“ Wowereit will sich auch für mehr Schulpartnerschaften zwischen den Städten einsetzen.

Das Berlin Haus könne trotz seiner vorrangig kommerziellen Nutzung ein Ort für solche Treffen werden. Die Berliner BBJ Consult, die dort 300 Quadratmeter Büroräume verwaltet, machte am Montagabend vor, wie das gehen könnte. Im Konferenzsaal trafen sich Moskauer und Berliner Austausch-Studenten zu einem Gespräch mit Wowereit, während im Foyer vor einem großen Moskauer Publikum über deutsch-russische Beziehungen diskutiert wurde.

Mit dem volkstümlich zupackenden Bürgermeister Luschkow ist der diplomatischere Wowereit nach der anfänglichen Eiszeit auch noch ins Gespräch gekommen. Beim Abschiedsessen habe man sich „sehr entspannt auch über sehr persönliche Themen unterhalten“. Amory Burchard

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