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Musikfestival : Fête de la Musique in Berlin gerettet

Die Fête de la Musique ist in Berlin für die nächsten drei Jahre gesichert. Der Senat und die Lotto-Stiftung sichern die Finanzierung des großen Musikfestivals.

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Weltweit feiern Laienmusiker zum Sommeranfang die "Fête de la Musique". In Berlin spielten sie zum siebzehnten Mal in den Straßen, auf Plätzen, in Parks, Konzertsälen, Clubs und Kirchen. Die Band Tik Tok Laboratories brachte in Kreuzberg Swing auf die Straße.Alle Bilder anzeigen
Foto: Reuters
22.06.2011 12:51Weltweit feiern Laienmusiker zum Sommeranfang die "Fête de la Musique". In Berlin spielten sie zum siebzehnten Mal in den Straßen,...

Sie findet immer zum Sommeranfang statt, sie wird immer größer, und sie war zuletzt gefährdet: die „Fête de la Musique“. Die Organisatorin Simone Hofmann hat, wie berichtet, alle Hoffnung in die Lotto-Stiftung gesetzt – und ihr Wunsch ging in Erfüllung. Der Senat und die Lotto-Stiftung sichern die Finanzierung des Musikfestivals.

Die Senatskanzlei trägt künftig 25 Prozent und die Lotto-Stiftung Berlin 75 Prozent der Veranstaltungskosten, teilte Simone Hofmann dem Tagesspiegel mit. Nach ihren Angaben ist die Fête, eines der größten Gratis-Musikfestivals, damit für die nächsten drei Jahre gerettet. Zuletzt gab es bei der Fête de la Musique am 21. Juni 2011 Musik in allen Berliner Bezirken auf 103 Bühnen mit 750 Künstlern aller Musikrichtungen sowie weiteren 4000 Musizierenden – sie spielen immer zum Sommeranfang in Berlin.

Die Idee zum weltweit am gleichen Tag in 340 Städten begangenen Musikfests umsonst und draußen stammt aus Frankreich, in Berlin gibt es das Straßenmusikfestival seit 1996, damals mit einer einzigen Bühne im alten Tempodrom im Tiergarten. Zuletzt kamen bis zu 150 000 Gäste. So sei der große Erfolg der Veranstaltung zugleich eine Bedrohung gewesen: 100 000 Euro koste es, das Ereignis zu stemmen, doch nur 24 000 Euro waren im Sommer als Finanzierung durch den Senat vorgesehen. Mit einem halben Dutzend Fachleuten organisiert Hofmann die Fête seit 1996. Sollte es bei der Senatssumme bleiben „schaffe ich das einfach nicht mehr“, sagte sie im Sommer. Sie habe „jahrelang draufgezahlt, weil die Fête mein Kind ist“. Hofmann zufolge müssen Künstlersozialkassenbeiträge, Gema-Gebühren, Werbung und Honorare bezahlt, Internetseite betreut, die bezirklichen Genehmigungverfahren koordiniert werden. Einnahmen durch Vermietungen wie beim Karneval der Kulturen habe sie nicht.

Laut Hofmann organisiert ihre „Fête Company“ das 1982 vom französischen Kulturminister Jack Lang initiierte weltumspannende Kulturfest auf Wunsch des Senats. Hofmann hat den Titel rechtlich schützen lassen berät andere Städte beim Aufbau einer Fête. 400 Musikgruppen bewerben sich ohne Ausschreibung. „Das Fest passt gut zur Musikstadt“, lobt „Visit Berlin“.

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