Berlin : Mythen und Riten: Die Henna-Nacht

Holger Müller-Hillbrand

Bis zur Hochzeit ist das Brautpaar von unheilvollen Mächten bedroht - dies glaubte man einst in nahezu allen Kulturen. Für die Braut galt vor allem die Nacht vor der Hochzeit als bedrohlich. Deshalb war es üblich, dass sich die Braut ihre Freundinnen zu sich ins Haus holte und mit ihnen in einem Zimmer schlief. Auf diese Weise sollten die Geister verwirrt werden. Aus Asien und Nordafrika gelangte in diesem Zusammenhang ein weiteres Ritual zu uns, das hier unter dem Namen "Henna-Nacht" bekannt geworden ist. Dabei bekam die Braut von ihren Freundinnen, ebenfalls in der Nacht vor der Hochzeit, die Innenfläche ihrer Hände mit dem Farbstoff des Henna-Strauchs in einem kunstvollen Muster bemalt. Die roten Händen, so hieß es, würden die bösen Mächte abschrecken.

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