Berlin : Nach der Bluttat auf die Polizei gewartet

54-Jähriger erstach Lebensgefährtin. Sie wollte sich von ihm trennen

Jörn Hasselmann

Der Täter saß in der Tiefgarage des Hauses und wartete dort auf die Polizei. Eine Stunde zuvor hatte Bachcha Ji T. seine langjährige Freundin in der gemeinsamen Wohnung an der Britzer Straße in Mariendorf erstochen. Als Motiv vermutet Chefermittler Klaus Ruckschnat die Trennungsabsichten der Frau, mit denen der Mann nicht klargekommen sein soll. Die beiden lebten über zehn Jahre zusammen, hatten zwei gemeinsame Kinder, zehn und zwei Jahre alte Jungen.

Wieso die beiden um 7 Uhr früh an diesem Sonntagmorgen schon wach waren und sich stritten, weiß die Kripo nicht, durchgefeiert hatten sie nicht. Dass in der Drei-Zimmer-Wohnung neben den beiden Kindern noch mehrere Bekannte und Verwandte, darunter die Mutter des Opfers, zu Besuch waren, sei kein Zeichen, dass „etwas in der Luft lag“, sagte der Leiter der 3. Mordkommission.

Die Gäste hatten aus anderen Zimmern die Auseinandersetzung des Paares gehört und sofort die Feuerwehr alarmiert. Unmittelbare Tatzeugen gibt es keine. Der Notarzt konnte der 31-Jährigen Heike Sch. nicht mehr helfen. Sie starb an mehreren Stichen in den Oberkörper. Über das Tatwerkzeug machte die Kripo keine Angaben.

Der 54-Jährige Bachcha Ji T. verließ dann die Wohnung – und wusste offensichtlich nicht wohin. Gegen 8 Uhr entdeckten Polizisten den Mann in der Tiefgarage, die zu mehreren Blöcken des weißen Neubaus gehört. Er ließ sich widerstandslos festnehmen. Der Täter soll nicht unter Drogen oder Alkohol gestanden haben.

Über den Täter weiß die Mordkommission noch nicht allzu viel, wegen Gewalttaten war er noch nicht aufgefallen. Auch die Frau ist nicht polizeibekannt gewesen. Man habe in einem „gutbürgerlichen Milieu“ gelebt, wie es gestern bei der Polizei hieß. Womit der Mann sein Geld verdiente, blieb unklar. Seine Lebensgefährtin soll als Altenpflegerin gearbeitet haben. Der Mann wird heute dem Haftrichter vorgeführt.

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