Berlin : Nach der Demo hieß das Motto: Fang den Bürgermeister!

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Von Christoph Villinger

Ob Berliner Kinder heute ihren Bürgermeister zu fassen bekommen? Als Abschluss des Aktionstages des Landeselternausschusses Kindertagesstätten (Leak) gegen die vom rot-roten Senat geplanten Kürzungen bei den Kitas war am Sonnabend eine Kinderkette rund ums Rote Rathaus geplant. Ihr Ziel: „Kinder fangen ihren Bürgermeister". Anschließend soll eine Unterschriftenliste übergeben werden. Mehr als 2000 Eltern, Erzieher und Kinder versammelten sich am Brandenburger Tor unter dem Motto „Kinder sind die Kraft der Zukunft". Von dort ging es in einem bunten Demonstrationszug zum Roten Rathaus. Die meisten Kinder hatten Pfeifen, Trommeln und Rasseln mitgebracht.

„Viele Eltern sind ziemlich sauer", sagte der Leak-Vorsitzende Klaus-Dieter Hinkelmann, „weil die Kürzungen bei den Kitas seit zehn Jahren andauern." Immer werde bei der Bildung gespart. So plant der Senat, bei den Schülergruppen in den Kitas die Anzahl der Kinder pro Erzieherin von 16 auf 21 zu erhöhen. Weiter sollen Praktikantinnen stärker in die Betreuungsarbeit einbezogen werden, was nochmals 100 Stellen ersetzen soll. Eine volle Leitungsstelle gibt es erst ab 167 Kindern. Bisher war dies schon bei 100 Kindern der Fall. Dazu kommen Einsparungen beim Küchen- und Reinigungspersonal. Insgesamt plant der Berliner Senat im neuen Haushalt Kürzungen in Höhe von 60 Millionen Euro.

Auf der Abschlusskundgebung vor dem Roten Rathaus waren neben Hinkelmann auch die Bundesministerin für Verbraucherschutz, Renate Künast (Bündnis 90/Grüne), die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der PDS im Bundestag, Petra Pau, sowie der jugend- und familienpolitische Sprecher der CDU im Abgeordnetenhaus, Sascha Steuer, als Redner vorgesehen. Damit diese Großveranstaltung nicht nur im Gedächtnis der Politiker haften bleibt, „sondern auch unseren Kindern einen aktionsreichen und schönen Tag beschert", hatte der Leak vor dem Roten Rathaus auch ein Familien- und Kinderfest aufgebaut. An etwa 30 Ständen stellten sich Kitas, freie Träger, Projekte und Einrichtungen vor. An einer Bühne der „Guten Taten" konnte man Sachspenden für die Berliner Kitas übergeben.

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