Nach Flughafen-Schließung : Kindertagesstätte im Terminal

1650 Studenten forschen bald in Tegel – aber nicht nur sie werden dort einziehen.

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Im Jahr 2014 soll es losgehen. Dann will die Beuth-Hochschule für Technik ihr Gründerzentrum in Tegel eröffnen. Zum Wintersemester 2015 werden 1650 Studierende aus dem Bereich urbane Technologie auf den Campus ziehen, der im heutigen Hauptgebäude des Terminals entstehen soll. Dort werden aber nicht nur Hörsäle gebaut, sondern auch eine Mensa, eine eigene Verwaltung und eine Kindertagesstätte.

„Dort, wo heute die Abfertigung und die Gepäckabgabe erfolgen, sollen Labore hin“, sagt Hochschulpräsidentin Monika Gross. „Der zweigeschossige Aufbau ermöglicht es uns, auch Labore einzubauen, in denen hohe Installationen Platz haben.“ Am derzeitigen Standort Wedding sei das nicht möglich, zumal für Energietechnik bestimmte Sicherheitsauflagen nötig seien, die in einem dicht bebauten Umfeld nicht zu erfüllen sind, so die Präsidentin. Derzeit hat die Hochschule dort 11 000 Studierende. „Wir platzen aus allen Nähten“, sagt Gross. Am neuen Standort im Flughafen würden keine riesigen Säle wie in normalen Universitäten entstehen, in Tegel „sind sie für 50 Studierende ausgelegt“.

Die Beuth-Hochschule ist der erste Nachnutzer des Flughafenareals. Und weil dort Technologien für Städte entwickelt werden sollen, ist die Ansiedlung der Wissenschaftler auch von besonderer Bedeutung. Grund dieser thematischen Ausrichtung in Tegel sind Berechnungen, die für die kommenden Jahrzehnte ein starkes Wachstum der Städte weltweit vorhersagen. Diese werden neue Systeme zur Stromversorgung, für die Mobilität oder die Wiederverwertung von Abfällen benötigen.

Monika Gross will 2015 einen Campus in Tegel eröffnen.
Monika Gross will 2015 einen Campus in Tegel eröffnen.Foto: Promo

„Ohne die Beuth-Hochschule wäre es viel schwieriger geworden“, sagt der Geschäftsführer der „Tegel-Projekt“, Philipp Bouteiller, „das ist eine glückliche Fügung“. Die Tegel-Projekt ist als Tochter der landeseigenen Entwicklungsgesellschaft von Adlershof angetreten, den Flughafen als Wirtschaftsstandort zu etablieren. Reiner Nagel, Leiter der Abteilung Stadt- und Freiraumplanung in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, bittet aber schon jetzt um Geduld: „In den ersten Jahren wird man nicht viel sehen“. Für Bouteiller ist es wichtig, dass das Projekt unabhängig von politischen Mehrheiten arbeiten kann. Das sei auch Voraussetzung für die Entwicklung von Adlershof gewesen. Im September hatte der Senat 70 Millionen Euro für den Umzug und die Entwicklung des Campus in Tegel bewilligt.

Ein weiter Nutzer auf dem Flughafengelände soll die Feuerwehrakademie werden. Diese habe an ihrem jetzigen Standort in Heiligensee nicht mehr genug Platz für alle Übungen, sagt der zuständige Reinickendorfer Stadtrat Martin Lambert (CDU). Politisch gilt der Umzug als abgesegnet, jetzt muss er noch finanziert werden.

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