Nach neuer Beißattacke : Leinenzwang für alle Hunde?
22.11.2011 23:23 Uhr
Nach einem Modell, das derzeit auch in Nordrhein-Westfalen erwogen wird, arbeiten die Veterinäre aber folgende neue Regelung aus: Nahezu für jeden Hund in Berlin, „ausgenommen für ganz Kleine“, soll erst einmal grundsätzlich die Leinenpflicht gelten. Vom Zwang, ihren Liebling kurz zu halten, können sich die Halter aber befreien, in dem sie bei einer anerkannten Hundeschule mit ihrem Tier Kurse belegen und einen Hundeführerschein erwerben. Welche Schulen eine Lizenz erhalten und wie sich alles kontrollieren lässt, dies gehört zu den vielen Details, die noch geklärt werden müssen. Der Vize-Fraktionschef der CDU, Mario Czaja, begrüßt den Plan. Die Initiative der Veterinäre komme der Koalition gerade recht. „Wir werden darauf aufbauen.“
Nach dem geltenden Gesetz müssen Hunde, die nicht zu den „gefährlichen Rassen“ gehören, nur in Parks, Wäldern, Treppenhäusern, in Bussen und Bahnen sowie „auf Straßen und Plätzen mit Menschenansammlungen“ angeleint werden. Ansonsten müssen sie nur mit einem Chip versehen und haftpflichtversichert sein.
Die Allianz-Versicherung betonte am Dienstag, „wie unabdingbar die Hundehaftpflicht ist“. Wer seinen Hund unversichert lasse, riskiere nicht nur Bußgelder, sondern „den finanziellen Ruin.“ Nach einer Bissattacke wie in Mariendorf „holen sich die Krankenkassen das Geld für medizinische Behandlungen vom Hundehalter zurück“, sagte Allianz-Sprecherin Sabine Schaffrath. Schnell würden „hohe fünfstellige Zahlen erreicht“. Deshalb werden Hunde in der Regel mit Deckungssummen von bis zu zehn Millionen Euro versichert.












