Nach spektakulärem Drogenfund bei Aldi : Das passiert mit dem Kokain

Nicht nur die Ermittler der Polizei haben durch den spektakulären Fund von 140 Kilo Kokain in Bananenkisten bei Aldi viel zu tun. Wenn die Ermittlungen abgeschlossen sind, kümmert sich eine spezielle Firma um das Rauschgift – unter amtlicher Aufsicht.

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Krumme Dinger. 140 Kilo Kokain wurden bei Aldi in Bananenkisten entdeckt. Vermummt präsentierte es die Polizei.
Krumme Dinger. 140 Kilo Kokain wurden bei Aldi in Bananenkisten entdeckt. Vermummt präsentierte es die Polizei.Foto: dpa

Nach dem spektakulären Fund von 140 Kilo Kokain in Bananenkisten bei Aldi haben nicht nur die Fahnder viel zu tun. Auch bei den Kriminaltechnikern kommt keine Langeweile auf: Sie müssen nun jedes einzelne der 140 Kokain-Päckchen öffnen und auf DNA-Spuren sowie auf den Wirkstoffgehalt untersuchen, sagt Zoll-Sprecher Norbert Scheithauer. Auch so erhoffen sich die Beamten, an die Hintermänner heranzukommen. Wenn die Ermittlungen abgeschlossen sind, wird das Kokain – es hat einen Marktwert von mindestens sechs Millionen Euro – vernichtet. Dies übernimmt eine spezielle Entsorgungsfirma. Die Päckchen werden dort verbrannt – unter amtlicher Aufsicht, damit sich niemand selbst bedient.

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Kokainfund beim Aldi-Discounter
Kokainfund beim Aldi-Discounter

Fahnder arbeiten mit kolumbianischen Beamten zusammen

Noch immer ist unklar, wo genau der Fehler geschah, der dazu führte, dass die Bananenkisten mit den Drogen bei Aldi-Nord statt bei einem kriminellen Abnehmer landeten. Klar ist, dass die Ladung von 1150 Kisten per Schiff aus Kolumbien am 27. Dezember 2013 in Hamburg ankam. Ob die Container nicht mit einem Zeichen codiert worden waren oder trotz Markierung die Fracht versehentlich falsch weiterverladen wurde, ist noch unklar. Nachdem die Früchte nachgereift waren, trafen sie per Lkw am 30. Dezember am Beusselmarkt in Moabit ein. Auch dort könnte der logistische Fehler passiert sein.

Die Fahnder arbeiten mit kolumbianischen Verbindungsbeamten zusammen. Überprüft würden auch die Arbeiter an den Containerhäfen und Speditionen, die an den Tagen Schicht hatten. Pro Jahr treffen allein in Hamburg zehn Millionen Seecontainer ein. Sie würden aus Kapazitätsgründen nur stichprobenartig kontrolliert und in einer riesigen Röntgenanlage durchleuchtet.

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