Berlin : Nach vier Jahren Renovierung kann dort sogar geheiratet werden

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Das Werk ist vollbracht, das Ergebnis kann sich sehen lassen: Das Schloss Caputh, südwestlich Berlins, steht ab den kommenden Wochenende wieder komplett für Besucher offen. Vier Jahre hatten die Renovierungsarbeiten an diesem Prachtbau aus der Zeit des Großen Kurfürsten gedauert. Nachdem im vergangenen September bereits acht Räume zur Besichtigung freigegeben worden waren, können nun alle 19 restaurierten Gemächer und der Schlosspark in Augenschein genommen werden. Die Öffentlichkeit kann das für insgesamt neun Millionen Mark sanierte Ensemble ab Sonntag besichtigen. Die Cornelsen-Kulturstiftung steuerte zu diesem Betrag 2,3 Millionen Mark bei, die Freunde der Preußischen Schlösser und Gärten spendeten 348 000 Mark.

Die Geschichte des Schlosses begann im 17. Jahrhundert. 1671 hatte Kurfürst Friedrich Wilhelm das damals mit einem Landhaus versehene Anwesen seiner zweiten Frau Dorothea geschenkt. Diese machte Caputh zu einer herrschaftlichen Sommerresidenz. Über 300 Gemälde, wertvolle Möbel, Skulpturen und Porzellankunstwerke verbreiteten ihren Glanz. Davon ist zwar nach dem Tod von Dorothea nicht mehr viel in Caputh geblieben. Doch die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten kramte in ihrem Depot und kaufte besondere Stücke an, um den Räumen ihren authentischen Charakter zu geben. Schwerpunkt der Renovierungsarbeiten im zurückliegenden Jahr waren die Räume der Kurfürstin, das Haupttreppenhaus und das berühmte Porzellankabinett.

Das Kabinett des Großen Kurfürsten soll künftig auch für Trauungen zur Verfügung stehen. Die Gäste könnten dann wie zu alten Zeiten standesgemäß mit dem Schiff von Potsdam nach Caputh fahren.Das Schloss ist bis zum 31. Oktober dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr und vom 1. November bis 14. Mai nur am Wochenende von 10 bis 16 Uhr geöffnet, Eintritt mit Führung sechs Mark, ohne Führung fünf Mark, ermäßigt drei Mark, Auskunft unter Tel. 033209/70 345.

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