Nachtszenen : Nach den Handwerkern kommt das Partyvolk

Das Café Moskau ist wieder geschlossen. Dafür öffnen jetzt viele neue – und renovierte – Clubs.

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Das Café Moskau wurde in den Sechziger Jahren als Spezialitäten-Restaurant entworfen.Alle Bilder anzeigen
Foto: promo
18.09.2011 12:40Das Café Moskau wurde in den Sechziger Jahren als Spezialitäten-Restaurant entworfen.

Schon wieder Stille? Das ging ja schnell. Nach nur einem halben Jahr ist es ruhig geworden im Keller des berühmten Café Moskau. Das Haus in Mitte wollte zum Aushängeschild des Nachtlebens werden, doch die Mietverträge wurden aufgelöst, mit den Partys ist’s vorerst vorbei an der Karl-Marx-Allee.

Schon wieder laute Beats? Das ging ja schnell. Ab dem heutigen Freitag wird im ehemaligen Tape Club in der Heidestraße, nördlich vom Hauptbahnhof, wieder gefeiert. In die Räume zieht der Club Box at the Beach, der am Charlottenburger Spreeufer vor kurzem schließen musste – der neue Name: Box Gallery. Die DJs stehen dort auf einem vier Meter hohen Pult. Nach einer ersten Hip-Hop-Party vor einer Woche ist am heutigen Freitag die offizielle Eröffnung, Name der Party: „Berlin dreht durch“.

Jeden Freitag und Sonnabend soll an der Heidestraße geöffnet sein. Die Macher haben einen Mietvertrag für ein Jahr erhalten, sagt Chef Alexander Freund. Sie profitieren vom kurzfristigen Wechsel des Eigentümers. Die Betreiber des Tapes hatten vor drei Wochen geschlossen, weil der vorige Eigentümer nur Mietverträge mit monatlicher Kündigungsfrist machen wollte. Das war ihnen für die Planung zu unsicher. Nach eigenen Angaben haben sie allerdings schon ein neues Objekt in Mitte gefunden. Wo? Geheim.

Clubtüren
Der Berliner Blogger Marcus Werner hat tagsüber die Türen bekannter Clubs fotografiert. Hier das Berghain...Weitere Bilder anzeigen
1 von 12Foto: Marcus Werner
04.07.2011 16:38Der Berliner Blogger Marcus Werner hat tagsüber die Türen bekannter Clubs fotografiert. Hier das Berghain...

Die einen machen zu, die anderen machen auf, das ist traditioneller Alltag in der Berliner Szene – auch am Schlesischen Tor. In dem etwas versteckt liegenden Club unter dem Kreuzberger U-Bahnhof war lange das Kato untergebracht, nun öffnet dort – das Bi Nuu. Und die neuen Macher sind keine Unbekannten. „Wir sind völlig konzeptlos, lassen uns einfach treiben, machen Konzerte und Partys“, sagen die neuen Chefs, die auch das Lido in der Nähe und Astra Kulturhaus am S-Bahnhof Warschauer Straße betreiben. Am Samstagabend spielt im frisch sanierten Club die New Yorker „The Phenomenal Handclap Band“ einen Mix aus Rock, Disco, Elektro und Psychedelia. Ab 23 Uhr beginnt die „Techno changed my Life“-Labelnacht.

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