Berlin : Nackt unter Robotern

Am Montagabend stellte Will Smith den Film „I, Robot“ im Cinestar am Potsdamer Platz vor

Andreas Conrad

Also mal ehrlich, brauchen wir Roboter, etwa für die Drecksarbeit zu Hause? Jeder wird darauf seine Antwort finden, die von Will Smith lautet so: „Ich habe Leute, die das machen.“ Doch bevor irgendwer den Spruch krumm nehmen könnte, lacht Smith sein Lausebengel-Lachen, so offen und arglos, dass jedes Stirnrunzeln sich sofort glätten muss. Zumal er nachschiebt, doch, auf dem Golfplatz wäre ihm, dem passionierten Spieler, mit einem Roboter gedient. Und, um die Frage nach Sinn oder Unsinn neuer Technik abzuhaken: Sein letztes überflüssiges High-Tech-Ding war eine DVD-Kamera. Hat prima funktioniert – bis er die Silberscheibe abspielen wollte. Beruhigend, dass auch Superstars aus Science-Fiction-Filmen wie „I, Robot“ mit neuer Technik bisweilen auf Kriegsfuß stehen.

Aber mit einem Mikro kennt sich der Will bestens aus. Das hatte er schon zur Premiere von „Men in Black 2“ bewiesen, und gestern wieder: „Der erste Film, für den ich mich fast ein bisschen zu alt fühlte“ – so hatte er mittags auf der Pressekonferenz kokettiert, das glaubt ihm spätestens am Abend kein Mensch mehr. Wie er 20 Minuten über die Bühne tobt, sich windend, mit den Hüften wackelnd seine Songs in die jubelnde Menge bellt, den „Men in Black“-Titelsong und auch Neues. Ein perfekter Entertainer, der spielend beweist, dass auch der gute alte Name Berlin als Rap-Text taugt. Gut fürs Geschäft ist es auch noch. Schließlich wird in Kürze die Single „Switch“ herauskommen, da ist es klug, sich als Sänger wieder in Erinnerung zu bringen – zumal vor so glamouröser Kulisse: Unterm Sony-Dach, das sicher auch im Jahr 2035 noch nicht verstaubt aussieht; umgeben von gläsern verkleideten Schweinwerferbatterien; beschenkt auch mit einem schwarzen BH, der plötzlich auf der Bühne liegt und den Will Smith einer Trophäe gleich in die Höhe hält.

Ein Interviewmarathon im Four Seasons liegt hinter Will Smith und Regisseur Alex Proyas. Ein Kinderspiel war die Rolle nicht für Smith. Abonniert auf siegessichere Actionhelden hatte er nun einen gebrochenen Cop darzustellen, eine neue Erfahrung: „Es war schwierig, den Charakter zu verstehen, mit diesem Grad von Problemen.“ Aber es ist dann doch so gut gelungen, dass auch die Duschszene – Smith sehr nackt! – kein Problem mehr war. Smith flachst: „Es war der Charakter, der nackt sein wollte, nicht Will Smith.“ Das habe auch seine Frau so gesehen.

Wieder dieses jungenhafte Lachen, während der Brillant am Ohrläppchen glitzert und blinkt. Will Smith steht auf dem Höhepunkt seiner Karriere, und er weiß es, nicht selbstgefällig, aber doch ungebrochem im Selbstvertrauen. Und gerade das, glaubt Smith, macht auch seinen Erfolg aus. „Was ich meinen Fans verkaufe: Hoffnung. Was immer du erträumst, du kannst es bekommen.“ Man zeige ihm nur mal einen anderen Schwarzen, der im Film die Welt rettet: Es gebe keinen. Und Muhammad Ali spielen? Hat ihm niemand zugetraut, sogar seine Mutter war skeptisch. Aber er hat es geschafft.

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