Berlin : Nächster Halt Brandenburger Tor Bahnhof für neue U 55 wird ab heute gebaut

Klaus Kurpjuweit

Es wurden Bäume gefällt, Leitungen und ein Abwasserkanal verlegt. Es wurden Probebohrungen gemacht, um den Untergrund zu erkunden. Jetzt kann es auch offiziell losgehen: Heute findet der erste Spatenstich für den U-Bahnhof Brandenburger Tor statt. Die neue Station der BVG wird Ausgangspunkt der „Stummel-U-Bahn“ U 55 zum künftigen Hauptbahnhof.

Die U 55 wird den neuen Hauptbahnhof über die Zwischenstation Reichstag mit dem Bahnhof Brandenburger Tor verbinden. Bis unmittelbar vor der neuen Station sind die Röhren im Rohbau bereits fertig. Danach ließ der Senat zwischenzeitlich die Arbeiten stoppen. Damit dort ein Pendelverkehr mit einem Zug stattfinden kann, muss jetzt noch der Bahnhof gebaut werden. Dies hatte der Bund gefordert. Sonst hätte der Senat bereits gezahlte Zuschüsse zurückerstatten müssen.

Auch beim Bahnhofsbau wollte der damalige Stadtentwicklungssenator Peter Strieder (SPD) sparen und nur eine verkürzte U-Bahn-Station erstellen lassen, in der Züge mit maximal vier Wagen halten könnten. Üblich sind bei der BVG im so genannten Großprofil aber Sechs-Wagen-Züge.

Im vergangenen Jahr ordnete Peter Strieders Nachfolgerin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) aber an, den Bahnhof in voller Länge bauen zu lassen. Dadurch kann auch gleich ein zweiter Ausgang gebaut werden. Die Mehrkosten seien nur gering. Für die Betriebsaufnahme auf der kurzen U 55 waren Kosten in Höhe von 28 Millionen Euro veranschlagt; 24 Millionen davon übernimmt der Bund.

Auf das zunächst vorgesehene aufwändige Bauen unter Druckluft, die das Eindringen von Grundwasser verhindert, verzichtet die BVG. Jetzt greift sie auf eine konventionelle Bauweise und auf eine Vereisung der Erde zurück. In den nächsten drei Monaten werden Anwohner und Touristen verstärkt Lärm und Vibrationen ertragen müssen.

Weil die Arbeiten bis zur Fußball-WM im nächsten Sommer nicht abgeschlossen sein werden, kann zunächst nur ein Zwei-Wagen-Zug eingesetzt werden. Voll betriebsbereit wird die provisorisch ausgebaute Strecke dann voraussichtlich von Mitte 2007 an sein. Die BVG hofft, dass dann auch schnell die fehlende Verbindung als U 5 bis zum Alexanderplatz weitergebaut wird.

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