Berlin : Nächtliche Razzia bei den Hells Angels Nach „Gewaltinkasso“

bei Bauunternehmer

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Als der Bauunternehmer nicht zahlte, schossen die Hells Angels scharf. Nach dem Anschlag auf den 40jährigen Zehlendorfer stürmte das Spezialeinsatzkommando in der Nacht zu Donnerstag die Hauptquartiere der beiden Berliner Hells Angels in Moabit und Prenzlauer Berg sowie zwei Wohnungen in Brandenburg und Baden-Württemberg. Es ging um einige hunderttausend Euro, die der Bauunternehmer dem Subunternehmer schuldete, der privat Mitglied der berüchtigten Rockergruppe Hells Angels ist. Nach Tagesspiegel-Informationen ging es um das bekannte Luxushotel am Scharmützelsee, das Ende der 90er Jahre eröffnet hatte, zunächst von der Kempinski- Gruppe gepachtet worden war und heute „Arosa“ heißt. Bei der Razzia gegen den 52-jährigen Michael F. und den 39-jährigen Christian S. wurden Waffen, Firmenunterlagen, Computer und geringe Mengen Drogen beschlagnahmt. Drei der vier Beschuldigen wurden bei der Razzia festgenommen, sie sind seit gestern wieder auf freiem Fuß. Für Untersuchungshaft reichte die Beweislage nicht.

Die Schüsse auf den Bauunternehmer am 23. Juli hatte die Polizei der Öffentlichkeit verschwiegen – um das Opfer zu schützen. Unklar ist, ob als „letzte Warnung“ bei diesem „Gewaltinkasso“ (so ein Ermittler) gezielt daneben geschossen wurde. Die Justiz ermittelt gegen die vier Hells Angels wegen versuchter Tötung, Waffenbesitz und versuchter räuberischer Erpressung. Der Wagen des Mannes wurde dicht vor seinem Haus von mehreren Schüssen einer scharfen Waffe durchsiebt, er selbst blieb unverletzt.

Die Hells Angels haben in Berlin etwa dreißig „ordentliche“ Mitglieder, dazu kommen einige Anwärter, so genannte Prospects. Der Präsident, Michael N. war wegen der tödlichen Messerstiche in einem Bordell 2003 zu eineinhalb Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden – wegen Beteiligung an einer Schlägerei. Die Justiz konnte keinem Hells Angel eine konkrete Tatbeteiligung nachweisen – denn die Rocker hatten eisern geschwiegen. Ha

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