NATURFORSCHER ALFRED BREHM : Populärwissenschaft mit Irrtümern

Alfred Brehm
Alfred BrehmFoto: akg-images

SEIN LEBEN

Freunde nannten ihn liebevoll „Pharao“ oder „ Chalihl Effendi“, denn Alfred Edmund Brehm nahm als leidenschaftlicher Afrikareisender an etlichen Expeditionen teil. Geboren wurde er 1829 in Thüringen. Sein Vater war Pfarrer, aber auch Hobby-Ornithologe. Zu seiner Sammlung gehörten mehr als 9000 ausgestopfte Vögel. Brehms naturkundliches Interesse war geweckt. So brach der Junior schon mit 18 Jahren zu einer fünfjährigen Expedition durch Nordafrika auf, die von dem damals bekannten Vogelkundler Johann Wilhelm von Müller geleitet wurde.

Nach dem Studium der Naturwissenschaften lebte Brehm in Leipzig und veröffentlichte als Schriftsteller populärwissenschaftliche Artikel über die Tierwelt. Die kamen derart gut an, dass ihn sein Verleger bat, ein großes vielbändiges Werk über das Tierreich zu schreiben: Brehms Tierleben. Das Werk machte ihn schnell weltweit bekannt.

SEINE BEDEUTUNG

Alfred Brehm hat ebenso wie Wilhelm Bölsche der populärwissenschaftlichen Literatur zum Durchbruch verholfen. Allerdings muss man seine zoologischen Beschreibungen heute zum Teil mit Skepsis lesen, weil er manche Verhaltensweisen von Tieren fehlinterpretierte. So gibt es bei Wolfsrudeln beispielsweise keineswegs eine strenge Hierarchie, wie Brehm schreibt. Inzwischen weiß man, dass die Tiere in lockeren, sozial orientierten Familienverbänden zusammenleben. In Berlin machte sich Alfred Brehm von 1869 bis 1878 einen Namen als erster Direktor des Aquariums Unter den Linden. Es war in einem gründerzeitlichen Gebäude an der Ecke zur Schadowstraße untergebracht. Amphibien und Reptilien wurden gezeigt, aber auch Vögel und Affen. 1910 wurde das Aquarium geschlossen. Alfred Brehm war bereits 1884 in seinem Geburtsort Renthendorf in Thüringen gestorben. CS

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