Berlin : Neu am Rupenhorn

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In das denkmalgeschützte „Haus am Rupenhorn“ zieht im Oktober neues Leben ein. In der einstigen Jugendbildungsstätte des Senats eröffnet das „Touro College Berlin“ – die erste jüdischamerikanische Universität in Deutschland. Das Touro College wurde 1970 in den USA von Rabbi Bernard Lander als geisteswissenschaftliche Hochschule gegründet. Wie der 89-Jährige gestern erläuterte, bildet Touro heute 15000 Studenten in seinen Zweigstellen in den USA, Russland und Israel aus. Nun also auch in Berlin. Die 30 jungen Leute, die hier künftig jährlich ins Touro-College aufgenommen werden, müssen sich gut konzentrieren können, um sich nicht ablenken zu lassen von dem herrlichen Ausblick durch die riesige Fensterwand der Bauhaus-Villa. Gestern gab es eine wunderschöne Sicht auf die verschneite Landschaft bis hinunter zur Havel. Der Senat stellte das Haus, ein ehemalig jüdischer Besitz, für das College zu einer moderaten Miete zur Verfügung. Ansonsten aber sei man jedoch kein öffentlich gefördertes Projekt, betonte gestern Gründungsdirektorin Sara Nachama. Sie stellte am Mittwoch die Pläne für die Privatuniversität vor, für die sie gemeinsam mit dem ehemaligen Präsidenten des Abgeordnetenhauses, Herwig Haase , gerungen hat. Jetzt ist er Rektor der Europäischen Wirtschaftshochschule und wird zum Dekan des ersten Touro-Studienganges, der nach drei Jahren mit dem „Bachelor of Science in Business, Management and Administration“ endet. Für Sara Nachama ist das College Beweis für das Vertrauen der jüdischen Amerikaner in die Bundesrepublik. Das Touro-College steht jüdischen und nichtjüdischen Studenten offen – gegen eine Jahresgebühr von 6000 Euro. hema

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