Neue Beweise : James Bond ist gebürtiger Berliner

Überraschungsfund in einer englischen Ausstellung über James Bond: In einem Pass für den Geheimagenten seiner Majestät ist Berlin als Geburtsort eingetragen. 007 ist also kein Brite?

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Einer von uns. 007 ist laut Eintrag in seinem Pass ein gebürtiger Berliner.
Einer von uns. 007 ist laut Eintrag in seinem Pass ein gebürtiger Berliner.Foto: dpa

Natürlich Jamaika! Am 16. Januar 1962 begannen dort die Dreharbeiten zu „Dr. No“, dem ersten James-Bond-Film, mit Hauptdarsteller Sean Connery. Am gestrigen Dienstag, also genau 50 Jahre und einen Tag später, eröffnete im National Motor Museum in Beaulieu, einem kleinen Ort in Hampshire, Südengland, eine Ausstellung, die gerade in Berlin das Bild des Geheimagenten 007 nachhaltig korrigieren wird: Er ist kein Brite, er ist einer von uns. „Bond in Motion – 50 Vehicles. 50 Years“ ist die PS-starke Devotionalienschau überschrieben, doch sie bietet nicht nur die Fortbewegungsmittel Bonds, seiner Gegner und seiner Gespielinnen, sondern auch manches Requisit, das im Film vielleicht nie zu sehen, aber nicht zu unterschätzen ist. Zum Beispiel einen britischen Pass mit dem Foto eines Mannes, der Daniel Craig, dem aktuellen 007, verdammt ähnlich sieht, aber ausgestellt ist auf Bond, James Bond, geboren am 13. April 1968 – in Berlin! Der Brite, eigentlich ein Berliner?

Eine brisante Information, die das Museum gerne bestätigt, wenn es auch kein Fahrzeug in seinem Fuhrpark hat, in dem Bond, damals noch dargestellt von Roger Moore, einst durchs geteilte Berlin gerollt ist. Das war im Herbst 1982 bei den Dreharbeiten zu „Octopussy“, die Roger Moore bis zum Checkpoint Charlie und Bond dann sogar hinein nach Ost-Berlin brachten. Es gab eine Autofahrt in einem Bond-unwürdigen Käfer und eine Jagd über die Avus in einem Alfa – die Polizisten hatten in dieser Szene, die im Film aber in Westdeutschland spielte, keine Chance.

Für die Berliner Herkunft von James Bond gibt es in den Romanen seines Erfinders Ian Fleming keinen Beleg, verbürgt sind aber wiederholte Besuche des Autors in der Stadt, das erste Mal 1933. Auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges, zwei Jahre vor Start der Bond-Filmserie, war er wieder da, besuchte beide Teile der Stadt – und schrieb wenige Jahre später die Kurzgeschichte „The Living Daylights“, Keimzelle des Thrillers „Der Hauch des Todes“ mit Timothy Dalton, in dem die Geschichte aber das Vorbild für eine in Bratislava spielende Episode ist.

Zum zweiten Berliner Bond-Film wäre fast „Golden Eye“ geworden. Die Produzenten liebäugelten mit dem Studio Babelsberg, blieben dann aber doch lieber im eigenen Land. Premieren jedoch hat es hier schon einige gegeben, so 1999 die von „Die Welt ist nicht genug“ mit Pierce Brosnan im damaligen Kosmos-Kino an der Karl-Marx-Allee – mitten im ehemaligen Reich des Bösen, in das Bond 17 Jahre vorher nur klammheimlich eindringen konnte.

Auch die beiden Filme mit Daniel Craig hatten ihre deutsche Premiere in Berlin. Gut möglich also, dass dies auch beim aktuellen Thriller so sein wird, der gerade gedreht wird. Auf jeden Fall hätte Bond jetzt Probleme, sich an anderem Ort feiern zu lassen. Für einen gebürtigen Berliner wäre das unentschuldbar.

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