Neue Kooperationsverträge : Die Charité schickt weiter Ärzte-Azubis in die Mark

Die Berliner Charité und Brandenburg haben den Streit um die Ärzte-Ausbildung an märkischen Krankenhäusern beigelegt. 2013 war es zum Eklat gekommen.

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Die Charité: Bald die erste Bundesuniversität? Der Vorschlag von Bundesbildungsministerin Annette Schavan klingt wie ein Befreiungsschlag. Foto: dpaWeitere Bilder anzeigen
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06.05.2011 15:58Die Charité: Bald die erste Bundesuniversität? Der Vorschlag von Bundesbildungsministerin Annette Schavan klingt wie ein...

Die Kooperationsverträge mit elf brandenburgischen Lehrkrankenhäusern seien jetzt erneuert worden, teilten Charité-Vorstandschef Karl Max Einhäupl und Gesundheitsministerin Anita Tack (Linke) in Potsdam mit. In Kürze komme mit dem Krankenhaus Nauen ein zwölftes Lehrkrankenhaus hinzu. Brandenburg, das keine eigene Medizin-Fakultät hat, verspricht sich von der „strategischen Kooperation“ mit der Charité spürbare Effekte für die Gewinnung dringend benötigter Fachärzte für seine insgesamt 53 Krankenhäuser.

Es geht um das praktische Jahr (PJ), das 600 angehende Mediziner am Ende ihrer Charité-Ausbildung in einem Krankenhaus absolvieren, und zwar an 34 Berliner und an bislang elf Häusern in Brandenburg. Dort absolvieren derzeit einhundert Studenten ihr PJ. Brandenburg hofft dabei auf den „Klebeeffekt“, dass Praktikumsärzte auch längerfristig im Land bleiben, was bei jedem zehnten auch der Fall ist.

Die Charité - eine historische Institution
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2013 kam es zum Eklat, als die Charité ohne Vorwarnung die Verträge mit Brandenburgs Häusern kündigte. Das löste Verwicklungen und Ängste vor einem generellen Rückzug aus dem Land aus. Neue Verträge seien allein aus rechtlichen Gründen nötig, sagte Einhäupl. „Es war eine Kommunikationspanne. Das tut mir leid. Wir hatten nie die Absicht, Brandenburg aus der Lehre zu drängen.“

Ministerin Tack habe „sehr energisch“ mit ihm telefoniert. Der Konflikt trug dazu bei, dass es in Brandenburg erneut Versuche zum Aufbau eines Universitätsklinikums im Land gibt, die bislang am Veto der Landesregierung und dem fehlenden grünen Licht des Wissenschaftsrates scheitern. Auch Einhäupl riet dringend ab. Privat sei eine Uni-Klinik nicht zu finanzieren, sagte er. Das gehe nur mit Landeszuschüssen von 70 bis 240 Millionen Euro pro Jahr. „Lassen Sie die Finger davon!“

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