Neuer Taxameter : Taxigewerbe will ehrlicher werden

Herkömmliche Taxameter werden zwar jährlich geeicht, sind aber dennoch zu manipulieren. Ein Chip soll Betrug künftig verhindern. Ein paar Jahre müssen sich Fahrgäste in Berlin aber noch gedulden.

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In einem Taxi durch Berlin - ein neuer Taxameter soll in den kommenden Jahren Manipulationen verhindern.
In einem Taxi durch Berlin - ein neuer Taxameter soll in den kommenden Jahren Manipulationen verhindern.Foto: dpa

Der Anfang ist bescheiden: Fünf der rund 7000 Taxis in der Stadt erhalten ein sogenanntes Fiskaltaxameter, das Manipulationen – und damit auch einen Steuerbetrug – verhindern soll. Der einjährige Versuch beginnt, wie berichtet, am Dienstag, und Detlev Freutel, der Vorsitzende des Taxi-Verbandes, hofft, dass nach einem erfolgreichen Test in einer zweiten Phase 500 bis 600 Taxis mit Fiskaltaxametern unterwegs sein werden.

Gesetzlich sollen die Geräte 2017 zur Pflicht werden. Auch die herkömmlichen Taxameter, die die zurückgelegten Kilometer und den jeweiligen Fahrtenpreis speichern, müssen jährlich geeicht werden. Bei Reparaturen seien Manipulationen aber leicht möglich, sagte Freutel am Sonntag.

Mit einem jetzt von der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) entwickelten Chip, der ins Taxameter eingebaut wird, soll dies verhindert werden. Ähnliche Systeme gibt es bereits für Registrierkassen im Handel. Die Daten werden sofort manipulationssicher elektronisch gespeichert und auf einen Server übertragen. Dort können die Behörden bei Kontrollen die Angaben der Taxiunternehmen schnell und einfach vergleichen und den Prüfaufwand verringern.

Derzeit werden die Berliner Daten noch nach Hamburg übertragen, weil man in der Hansestadt weiter ist als in Berlin. Um Fiskaltaxameter in alle Taxis einbauen zu können, hat Hamburg fünf Millionen Euro bereitgestellt. Das Geld soll durch höhere Steuereinnahmen wieder hereingeholt werden. In Berlin wird vermutlich jährlich ein zweistelliger Millionenbetrag durch das Taxigewerbe an den Finanzämtern vorbeigeschleust. Der Senat hat bisher aber nur den Versuch mit 5000 Euro unterstützt; 1000 Euro steuert die Industrie- und Handelskammer (IHK) bei. Mit derzeit etwa 1500 Euro seien die Fiskaltaxameter noch etwa doppelt so teuer wie herkömmliche, sagte Freutel.

Zum Einbau sind aber bei weitem nicht alle Unternehmen oder Alleinfahrer bereit. Auf Schwarzarbeit und Manipulationen sei man angesichts der dürftigen Einkommen mehr oder weniger angewiesen, heißt es im Gewerbe ziemlich offen.

Freutel sieht es anders: „Durch das Vertrauen, das wir durch die Fiskaltaxameter auch bei den Kunden schaffen, können wir auch neue Fahrgäste gewinnen“, ist er überzeugt.

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