Berlin : Neuer Vorstoß für Tempo 60 auf der Avus in Nikolassee

Abgeordnete der SPD, CDU und Grünen fordern eine Rückkehr zu Tempo 60 statt 80 km/h auf der Avus im Bereich Nikolassee. Bei einem Ortstermin überzeugte sich der Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr am Freitag vom Lärm, über den sich viele Bürger beschweren. Besonders nachts, wenn der Lkw-Anteil ansteigt, reiche die bestehende Schallschutzwand nicht aus, sagte Henning Schröder, Sprecher einer Anwohnerinitiative.

Bereits 2002 hatte die Verkehrsverwaltung Tempo 60 auf der Avus zwischen Dreilinden und Spanischer Allee ausgeschildert. Doch ein Jahr später wurde dies vom Verwaltungsgericht, das unter anderem Lärmmessungen vermisste, gekippt. Autofahrer hatten mithilfe des ADAC geklagt. Aber der SPD-Verkehrsexperte Christian Gaebler, der Steglitz-Zehlendorfer CDU-Kreischef Michael Braun und die grüne Stadtentwicklungspolitikerin Claudia Hämmerling können sich im Parlament „einen neuen Anlauf im Herbst“ vorstellen. Vertreter der Straßenverkehrsbehörden lehnten dies ab: Die Lärmminderung bliebe mit weniger als zwei Dezibel unhörbar, damit ließe sich kein Gericht überzeugen. Die Abgeordneten sehen aber auch Alternativen – etwa eine Verstärkung und Vergrößerung der Schallschutzwand oder stationäre Blitzgeräte, damit wenigstens Tempo 80 eingehalten werde.

Ein weiteres Thema war die von der Deutschen Bahn im Rahmen von Gleismodernisierungen geplante, sechs Meter hohe Schallschutzwand auf dem drei bis fünf Meter hohen Bahndamm rund um den S-Bahnhof Nikolassee. Ein Bahnvertreter kündigte eine Erörterungsveranstaltung im Spätsommer an. Ausschussmitglieder forderten eine Lösung, die „das Ortsbild nicht zerstört“. Im Gespräch ist eine drei Meter hohe und transparente Schallschutzwand, die dank neuartiger Techniken ausreichen könnte – aber noch in der Erprobungsphase ist.CD

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