Berlin : Nicht billig, aber lehrreich: Beim Topfgucken in der ersten Reihe

Kochkurse stehen hoch im Kurs bei Hobbyköchen. Nicht die Basisinformationen der Volkshochschule - Bratkartoffeln leicht gemacht - sondern jene, bei denen hochrangige Profis zeigen, wie die richtigen Sachen gehen. Derlei Kurse finden statt, allerdings nur sehr selten in Berlin, sondern meist weit weg, was die Kosten unvermeidlich in die Höhe treibt. Das Gutshaus Stolpe, drei Autostunden nördlich von Berlin in der Nähe von Anklam, macht jetzt ein günstiges Angebot: Küchenchef Stefan Frank - von seiner hohen Kompetenz wird hier in der Rubrik "Von Tisch zu Tisch" am 20. Februar, die Rede sein - lässt sich am 1. April in die Töpfe schauen. Er hat sich in der Branche als Chefpatissier bei Alfons Schuhbeck und Sous-Chef der Villa Hammerschmiede in Pfinztal einen guten Namen gemacht und steuert nun zügig dem ersten eigenen Michelin-Stern entgegen. Das Pauschalangebot des Hotels beginnt am Freitag, dem 31. März, abends mit einem deftigen Drei-Gang-Menü im Stolper Fährkrug, enthält ferner zwei Übernachtungen mit ausführlichem Frühstück, Mittagessen, Kaffee & Kuchen und das Abendmenü incl.Wein. Der Preis pro Teilnehmer: 700 DM. Begleiter, die nicht am Kurs teilnehmen, zahlen 500 Mark. Information und Anmeldung unter 039721/550-0.

Bereits länger im Kursgeschäft ist Michael Laumen, Chef im schönen Hotel Ich weiß ein Haus am See in Krakow/Mecklenburg und einziger Sternekoch im Bundesland. Er bietet vom 10. bis 12. März einen Kurs "Frühlings- und Sommerküche", der pro Person 320 Mark kostet und neben der Arbeit in der Küche ebenfalls drei Essen im Teilnehmerkreis umfasst; die Übernachtung kommt hier allerdings noch dazu. Informationen gibt es unter der Rufnummer 038457/23274.

Auch einer der interessantesten (und umstrittensten) deutschen Küchenchefs, Tillmann Hahn, bietet jetzt eine Folge von Kochkursen an. Schauplatz sind die Schweizer Stuben in Wertheim am Main, eines der schönsten deutschen Landhotels. Hahn zeigt dort, was ihm in Deutschland bislang kaum jemand nachmacht: Seine Hongkong-Menüs, die er nach vier Jahren im Fernen Osten entwickelt hat, und die Meeresfrüchte und Krustentiere in den Vordergrund stellen. Eine entsprechende Speisenfolge hat der aktuelle Gault-Millau-Guide als "Menü 2000" ausgezeichnet. Die nächsten Termine für die Kurse, die jeweils zwei volle Tage dauern, sind der 1./2. und der 22./23. März, der 5./6.April und der 3. und 4. Mai. Im Preis von 950 Mark pro Person sind zwei Mittag- und zwei Abendessen incl. Wein, ein Champagnerempfang und der Kurs enthalten, allerdings nicht die Übernachtungen (DZ ab 270 DM). Auskunft über diese und weitere Termine geben die Schweizer Stuben unter der Rufnummer 09342/3070.

Und dann gibt es ja auch noch die Veranstaltungen, die kulinarisch lehrreich sind, ohne dass man selbst Hand anlegen müsste. Eine Art passiver Kochkurs findet am 19. Februar auf Hof Luisenau in der Schorfheide statt. Eberhard Knödler-Bunte und Stefan Voshage haben sich in nahezu pädagogischer Absicht vorgenommen, die klassische Küche Böhmens und Ungarns hinter den Klischees hervorzuholen. Sie bieten in der legeren Atmosphäre des Hofgasthauses beispielsweise Pörkölt vom geräucherten Wels und Rehsauerbraten mit Kartoffel- und Serviettenknödeln. Die Küche bleibt den Profis vorbehalten, die Amateure dürfen unbeschwert essen: Neun Gänge für 68 Mark sind ein unschlagbares Angebot. Anmeldung: 039881/61590.

Interessante Vergleiche zwischen Spätburgundern aus der ganzen Welt bietet schließlich das Weinrestaurant Nona in Schöneberg am 27. Februar. Das Menü mit 14 recht hochrangigen Weinen kostet 95 Mark. Anmeldung: 215 58 38. bm

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