Nikolassee : Sinti und Roma erhalten Dauerquartier

Nach zehn Jahren Ankündigungen scheint es nun soweit: Die Senatsverwaltung plant einen fester Wohnwagenplatz am ehemaligen Grenzübergang in Dreilinden.

Seit 1995 gibt es den provisorischen Wohnwagenplatz für Sinti und Roma am einstigen Grenzübergang Dreilinden in Nikolassee – und seit mindestens zehn Jahren kündigt die Landesregierung an, das Areal zum Dauerquartier auszubauen. Nach vielen Verzögerungen scheint es nun so weit: Ab dem Frühjahr sollen Versorgungsleitungen gelegt werden und – als Ersatz für bisherige Containerbauten – pavillonähnliche Gebäude mit sanitären Einrichtungen, Aufenthalts- und Beratungsräumen sowie Schulzimmern entstehen. Das kündigte die Senatsverwaltung für Bildung an.

Die Fertigstellung ist für Anfang 2011 geplant, die Kosten werden auf 2,5 Millionen Euro geschätzt. Ursprünglich war das 33 000 Quadratmeter große, asphaltierte Areal am Rande des Grenzübergangs als Stauraum für wartende Lkw gebaut worden. Als der Senat die Fläche Mitte der 90er Jahre für reisende Sinti und Roma zur Verfügung stellte, von denen viele mit Werkzeug und Textilien handeln oder als Handwerker tätig sind, übernahm die Caritas Berlin die Betreuung. Gegen den Ausbau zum Dauerstandort protestierten vor einigen Jahren Anwohner aus Nikolassee, obwohl es rund um den Stellplatz nur Wald und keine direkten Nachbarn gibt. Das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf leitete ein Bebauungsplanverfahren ein, das aus Sicht der Landesregierung aber zu langsam vorankam; schließlich zog die Stadtentwicklungsverwaltung die Bauplanung an sich. Später hieß es jedoch immer wieder, es mangele an den nötigen finanziellen Mitteln.

Geplant sind 44 Wohnwagenstellplätze, deren Nutzung wöchentlich je 98 Euro kosten wird. Bisher dauerte die Saison dort von Anfang März bis Ende Oktober, nun ist ein ganzjähriger Betrieb geplant. Kinder werden auf dem Gelände auch unterrichtet – von Lehrern der Dreilinden- und Pestalozzi-Schule. Während der Umbauten soll den Sinti und Roma ein Nachbargelände zur Verfügung gestellt werden.CD

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben