Berlin : Noch keine Gespräche über Olympia Wowereit treibt Bewerbung nicht voran

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Die Berliner Olympia-Bewerbung kommt nicht voran. Nach seinem Vorstoß am 7. Juli hat der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit offenbar nichts unternommen, um Unterstützung für eine Berliner Bewerbung zu finden. Auch von Sondierungen beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) ist in der Senatskanzlei nichts bekannt. Wowereit hatte in einem Interview mit dem Tagesspiegel gesagt, er könne sich eine neue Bewerbung um die Olympischen Spiele 2016 oder 2020 vorstellen. Er begründete das mit dem „Spirit“ und der Sportbegeisterung, die in Berlin während der Fußballweltmeisterschaft spürbar waren. Das hatte, wie berichtet, die Opposition von der CDU bis zu den Grünen für richtig befunden. Nur der Koalitionspartner in Gestalt von PDS-Landeschef Klaus Lederer sprach sich am Montag strikt gegen eine Bewerbung aus. Die koste zu viel Geld, meint Lederer.

Wowereit hatte am Montag auch bemerken müssen, dass der Hamburger Senat bei einer Olympiabewerbung mit Berlin konkurrieren will – und dafür eine Allianz zusammengebracht hat: Die Regierungschefs von Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Bremen unterstützen den Hamburger Ersten Bürgermeister Ole von Beust.

Wowereit hingegen hatte vor kurzem angekündigt, er wolle mit dem DOSB-Präsidenten Thomas Bach über die Berliner Chancen sprechen. Doch offenbar hat er noch nichts unternommen. Der Regierende Bürgermeister habe jedenfalls nicht versucht, mit dem DOSB ins Gespräch zu kommen, bestätigte Senatssprecher Günter Kolodziej. Der DOSB-Sprecher Harald Pieper sagte am gestrigen Dienstag, es gebe „keinen konkreten Termin“ für ein Treffen zwischen Wowereit und Bach. Dass beide während der WM über Olympia gesprochen haben, sei im Rahmen der „guten atmosphärischen Situation in Berlin“ schon möglich. Vereinbarungen habe es nicht gegeben.

Sollte es tatsächlich einen Gesprächstermin zwischen Wowereit und Bach über Olympia geben, werde dieser „wahrscheinlich noch in diesem Jahr stattfinden“, sagte Pieper. Doch werden beide wohl die für September geplante Entscheidung des Internationalen Olympischen Kommittees (IOC) über den Austragungsort der Winterspiele 2014 abwarten. Salzburg ist in Verbindung mit deutschen Austragungsorten einer der Kandidaten. DOSB-Sprecher Pieper sagte auch, dass es zwischen Bach und Wowereit während der Fußball-WM eine „ganz andere Palette von Themen“ gegeben habe, zum Beispiel die Zukunft der alten Repräsentanz des Deutschen Sportbundes in der Friedrichstraße oder die Vorbereitungen zur Leichtathletik-WM 2009 in Berlin, „die Herrn Bach auch in seiner Funktion als IOC-Vizepräsidenten interessieren“, sagte Pieper. Dass man sich während einer Fußballweltmeisterschaft mehrfach begegne, sei normal und in Sachen Olympia nicht überzubewerten. sib/wvb.

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