• Nonstop-Flüge Berlin-Washington D.C.: Der erste Direktflug ist nach dem ersten Direktflug

Berlin : Nonstop-Flüge Berlin-Washington D.C.: Der erste Direktflug ist nach dem ersten Direktflug

Norbert Thomma

Was ist der Unterschied zwischen den Hauptstädten der Vereinigten Staaten und Deutschlands? Der Potomac und die Spree, das Capitol und der Reichstag ... - schon klar. Nein, ein wirklich wichtiger Unterschied, der mit dem Leben zu tun hat: In Washington konnte man beispielsweise am vergangenen Sonntagnachmittag im Freien Kaffee trinken, sonnenbeschienen, im kurzärmeligen Hemd. Am Telefon erzählte jemand aus Berlin, es schneie gerade. Dann fuhren einen Freunde zum Flughafen Dulles, und auf dem Weg zu Gate 32 hing neben "California Pizza Kitchen" ein Schildchen mit der Aufschrift: "New nonstop flight from D.C. to Berlin".

Die junge Dame vor dem Shuttlebus drückte jedem Fluggast ein kleines Ding in die Hand. Ups?! Was ist das? Ein T-Shirt, zusammengepresst in die Form eines Passagierjets. Und warum? "Ein Präsent. Sie reisen gleich mit dem ersten Direktflug überhaupt nach Berlin."

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LH 415, ein Airbus 340. Die Maschine "brandnew" vom Band gerollt, sagt Kapitän Otto Hamann, ein doppelter Jungfernflug. Und eine kommode Reise. Nicht einmal halb voll ist die Economy-Class, rasch eine Viererreihe besetzt und sich lang gelegt und hübsch geschlummert.

Über dem Flughafen Tegel hängen Wolken und in der Abfertigungshalle Luftballons, viele bunte Luftballons. Montag früh, 7.30 Uhr. Blaulicht blinkt, Absperrseile teilen die Welt in wichtig und unwichtig, dunkel gewandete Herren sprechen in Handys. Was ist denn hier los? "Eine Gate-Party, nachher", sagt einer der ganz Wichtigen.

In etwa vier Stunden wird der Lufthansa-Flug LH 414 Richtung Washington starten, mit dem Regierenden Bürgermeister Eberhard Diepgen und Brandenburgs Ministerpräsident Manfred Stolpe an Bord. Im Tagesspiegel steht, es würde viel Prominenz erwartet. Vermutlich gibt es Bier und Reden. Der Flieger ist voll und keiner wird schlafen können. Das also ist noch so ein Unterschied: Was in Washington keinen aufregt, ist in Berlin ein Volksfest wert. Was daraus zu schließen ist? Fragen Sie lieber nicht.

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