Nordkoreas Devisengeschäfte : Cityhostel will gegen Schließung kämpfen

Der Betreiber des Hostels in Berlin-Mitte meldet sich in einer Presseerklärung zu Wort. Die Schließung des Hostelbetriebs sei existenzbedrohend.

Jana Weiss
Das Cityhostel befindet sich in einem Gebäude der nordkoreanischen Botschaft. Nun will die Bundesregierung es schließen lassen.
Das Cityhostel befindet sich in einem Gebäude der nordkoreanischen Botschaft. Nun will die Bundesregierung es schließen lassen.Foto: DAVIDS/ Florian Boillot

In der Diskussion um Devisengeschäfte der nordkoreanischen Botschaft durch Vermietung eines Gebäudes an einen Hostelbetreiber hat dieser nun reagiert. Das "Cityhostel" soll nach Willen der Bundesregierung geschlossen werden. In einer Presseerklärung teilte der Betreiber mit, das "Cityhostel" werde sich "mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zur Wehr setzen und derartige Eingriffe nicht widerspruchslos hinnehmen".

Das Hostel befindet sich in einem Gebäude, das der nordkoreanischen Botschaft gehört. Nach der Wende war es zu groß geworden für die wenigen Mitarbeiter, die noch in Berlin blieben, und wird seit Anfang der 2000er untervermietet.

Die Miete für das Gebäude beträgt angeblich 38.000 Euro. Ein Teil des so erwirtschafteten Geldes fließt nach Recherchen von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" nach Nordkorea. Laut der Presseerklärung seien die geschuldeten Mietzahlungen bis zur internationalen Klärung gegenwärtig eingefroren.

Kein Geld für nordkoreanisches Atomprogramm

Am Dienstag war bekannt geworden, dass die Bundesregierung plant, den Hostelbetrieb einstellen zu lassen. Die Entscheidung resultiere aus einem Beschluss des UN-Sicherheitsrates vom November 2016. Demnach sollen Auslandsvertretungen Nordkoreas nur diplomatischen und konsularischen Tätigkeiten nachgehen. Jede kommerzielle Tätigkeit ist untersagt. Damit sollen die Mittel für das nordkoreanische Atomraketenprogramm ausgetrocknet werden.

Das "Cityhostel" beabsichtige jedoch nicht, "mit seinen vertraglich geschuldeten Mietzahlungen Atomprogramme oder Ähnliches mitzufinanzieren oder zu unterstützen", heißt es in der Presserklärung. Die Aufgabe des Hostelbetriebs sei "existenzbedrohend, wenn nicht gar existenzvernichtend".

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