Nostalgie : Au revoir, Tegel!

Solange noch Lärm ist, bleibt die Zeit lebendig: Unser Autor ist direkt am Flughafenrand zur Schule gegangen. 40 Jahre später schaut er sich an, was sich verändert hat. Ein Spaziergang.

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Am Flughafenzaun. Das einstige Gebäude
Am Flughafenzaun. Das einstige Gebäude

Am Ende meiner Wanderungen durch diese Gegend gehe ich den Kurt-Schumacher-Damm entlang. Auf einer Strecke von gefühlten drei Kilometern bin ich der einzige Fußgänger. Linkerhand die Mauer zur Julius-Leber-Kaserne der Bundeswehr, die früher mal das Quartier Napoléon der französischen Militärs war und noch viel früher, das habe ich in Archivblättern nachgelesen, mal Hermann-Göring-Kaserne hieß. Vorbei auch am vor sich hin gammelnden, ehemaligen französischen Kino „L’ Aiglon“ und der St. Louis-Kirche, vor deren großer Holztür sich das Laub vergangener Herbste türmt. Rechts die vielspurige Straße, unter der die Stadtautobahn von der Troglage in den Tunnel übergeht, und dahinter, mit kleinen Guckfensterlöchern alle paar Dutzend Meter, die blassgrüne Wand des Flughafenzauns. Über mir die frühen Abendmaschinen im Landeanflug und um mich und in meinen Lungen der Mix aus Autoabgasen und Kerosin. Ob das hier die lauteste, ödeste Stelle Berlins ist, mit all dem Lärm und der Luft aus Gift? Wahrscheinlich. Doch sie lebt. An dieser Stelle hat die Stadt ihr metallenes Herz, das tost und tobt. Ja, noch immer alles wie damals, noch immer alles wie immer.

Ich sehe schon: Das wird eine nostalgische Geschichte. Noch fünf Wochen sind es bis zur Schließung des großen, letzten Flughafens in Berlin, und schon weine ich Kerosintränen. Dabei gilt meine Nostalgie nicht dem Abschied von dem Sechseckbau, nicht dem Ende von inzwischen fast 38 Jahren Alltag aus Ankunft und Abschied in diesem im Oktober 1974 eröffneten Abfertigungsgebäude, sondern einer noch früheren Zeit. Zeitzeugenzeit. Vor der großen Stille, die sich demnächst um den gewaltigen Krachsee namens Flughafen Tegel einstellen wird, ist auch diese Zeit plötzlich wieder präsent. Sie sagt: Erinnere dich, solange ich noch lärme. Solange ich lärme, bin ich da. Dabei führt sie tief in die Vergangenheit einer Stadt, in der ich aufgewachsen bin und die es heute nicht mehr gibt: West-Berlin.

Dieses Aufwachsen: Es gehört sehr zum Flughafen Tegel, denn an seinem Südrand lag meine Schule - direkt am Flughafenzaun, der damals noch nicht blickdicht verschlossen und teils mit Nato-Draht versehen war. Drumherum stehen die Häuser der Cité Pasteur, einer der Wohnsiedlungen in Wedding und Reinickendorf, in denen die Familien der französischen Offiziere untergebracht waren. West-Berlin, das mochte der laxe, zivile West-Berliner damals lieber nicht wahrhaben, hatte zwar seinen Senat, stand aber unter der eigentlichen Verwaltung der Alliierten USA, Großbritannien und Frankreich. 12 000 Soldaten, davon 6000 Amerikaner und je 3000 Briten und Franzosen manifestierten den Verteidigungswillen dieser kapitalistischen Insel mitten in der DDR. Lange her. Aber ich habe noch den unglaublichen Lärm der startenden und landenden Caravelles im Ohr, der täglich ein gefühltes Dutzend Mal, sehr willkommen, den Unterricht für gefühlte zwei Minuten unterbrach.

Caravelle: So hießen die Maschinen der Air France, die ab 1960 regelmäßig Tegel anflogen, in jener Zeit, die ich das zweite Leben dieses Flughafens nennen will. Sein erstes Leben, das war zwölf Jahre vorher, während des ersten Blockade-Sommers, als bis zu 19 000 Berliner binnen zwölf Wochen Tag und Nacht unter alliierter Leitung die erste Rollbahn bauten. Das erste in Tegel landende Flugzeug, auch das lese ich in uralten Zeitungsartikeln, war eine viermotorige Skymaster, die acht Tonnen Käse für die eingeschlossenen Berliner brachte. Im Januar 1949 war mit der zweiten Landebahn die damals längste Rollbahn Europas fertig, und als die Luftbrücke der Alliierten noch im Sommer beendet werden konnte, kam die erste Stille über Tegel, zehn Jahre lang. Aber das ist nicht meine Geschichte hier, ebenso wenig wie das dritte Leben des Flughafens, das mit der Eröffnung des Sechsecks begann. Sondern eben jenes zweite, zwischen 1960 und 1974, als Tegel vom französischen Luftwaffenstandort zum zweiten Berliner Zivilflughafen wurde. Als Zehnjähriger kam ich an den Flughafenrand, jeden Morgen mit einem blauen Schulbus der französischen Militärs, in den auch ein paar Lehrer aus meiner Wohngegend einstiegen. Und als ich 1972 Abitur machte, war die Schule trotz steigenden Fluglärms noch immer nicht weggezogen. Das passierte erst zwei Jahre später, einen Monat, bevor das dritte Leben Tegels begann.

Dieser Tage bin ich dort herumgestromert, in den Siedlungen mit den französischen Straßenschildern, den Siedlungen, die noch immer nach dem Mikrobiologen Pasteur, dem Flieger Guynemer und nach General Joffre benannt sind. Manche sagen, das werden ganz edle Wohngegenden, wenn erst mal der Fluglärm vorbei ist. Ich bin da nicht so sicher. Vielleicht werden sachte die Krach-Abschläge schmelzen, die den Mietern derzeit auf den Mietspiegel gewährt werden, aber für die Cités Pasteur und Joffre bleibt als Lärmquelle immer noch der Kurt-SchumacherDamm. Nur in der nördlich vom Flughafen gelegenen Cité Guynemer, etwas abseits von der Seidelstraße und mit Auslauf zu Wald und Flughafensee, könnte es bald etwas feiner zugehen. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, die das flotte Kürzel Bima führt, hat diese Siedlung längst verkauft, und tatsächlich werden dort die typischen dreistöckigen Mehrfamilienhäuser mit ihren zwei Aufgängen bereits saniert und aufgestockt. Eleganz aber sieht anders aus. Eleganz ist eher da, wo demnächst die Jets in den Himmel ziehen, im Berliner Süden.

Die uneleganteste Stelle am Flughafen Tegel heute? Vielleicht meine alte Schule. Eine Ruine, sagen die, die heute Fotos vom Gelände sehen und an sie keine Erinnerung haben. Dabei steht das einstige Französische Gymnasium noch, es hat Fenster, die schließen, und ein ordentliches Dach über dem zweiten Obergeschoss. Millionen Passagiere haben das Haus schon gesehen: Wer rechtsseitig in der Kabine sitzt in der Wartespur an Tagen, wenn die Flieger Richtung Westen starten, sieht durch das Bullauge einen langgezogenen, trüb braungrau verputzten Bau. Der Zaun war früher nicht ganz so dicht am Haus, es war noch Parkraum da für die größeren blauen Busse, die die französischen Schüler mittags in die Siedlungen zurückbrachten, es gab sogar ein Gebüsch, an dessen Rändern sich die Sechstklässler in den Freistunden nach Belieben prügelten. Ja, auch von den Caravelles aus, den Düsenflugzeugen der allerersten Generation, hat man uns bestimmt sehen können, damals. In Schwarz-Weiß, denke ich gerade. Oder in Sepiabraun.

Übrigens, die Caravelles waren, so wissen Experten, beim Start rund 20 Dezibel lauter als heutige Jets, damit also etwa viermal so laut. Aber wer ein richtiger West-Berliner war – und erst recht: ein Blockade-Berliner –, der liebte das. Flugzeuglärm war ihm Musik. Hauptsache, der Krach kam nicht von sowjetischen Migs, die zur Strafe für sehr gelegentliche, statusverletzende Bundestagspräsenz in der Halbstadt hoch über West-Berlin durch die Schallmauer donnerten. Ewig lang her, auch das. Aber irgendwie ebenfalls noch im Ohr. Wohl auch wegen dieser uralten, von den Medien, ja, auch vom Tagesspiegel stets wachgehaltenen Blockade-Dankbarkeit hat sich, abgesehen von mahnenden Bezirksämtern, in jenen fernen Jahren niemand ernstlich über den wachsenden Fluglärm beschwert. Man wartete geduldig, und irgendwann kamen die Schallschutzfenster.

Spätestens jetzt sollte ich von Axel Studnik erzählen. Er sitzt gern am offenen Fenster seiner Mini-Wohnhöhle im Erdgeschoss eines Siedlungshauses in der Cité Pasteur. Vorn dröhnt der Kurt-Schumacher-Damm, hinten dröhnen die Flugzeuge. Sein Fenster geht nach hinten raus, auf ein buntes Nippes-Gärtchen, das er im Lauf der Jahre angelegt und erweitert hat – mit Plastikblumen und allerlei Fluggerät, vom Windrädchen bis zum Riesenpapagei. Studnik ist ein Berliner Original – vielleicht das originalste unter denen, die seit dem Wegzug der Franzosen hier siedeln, in dieser baulich schlichten, aber mit viel Licht und Grün konzipierten urbanen Randlage. Muss jetzt ein original Berliner Zitat her? Es ist eher der melancholisch-heitere Blick, der den Mann kennzeichnet, das Zurechtkommen mit mäßigen Verhältnissen, sogar damit, dass ihm seit ein, zwei Jahren die Aussicht auf den Flughafen versperrt ist. Einen mindestens fünf Meter hohen Holzwall haben sie ihm vor der Nase hochgezogen, bei null Lärmschutzeffekt. Na gut, ein Zitat: „Jetzt kann ma nich ma mehr kieken.“

Tatsächlich: Die Wand ist imposant. Je näher man in der Cité Pasteur dem Sechseck-Flughafengebäude kommt, über den längst überwachsenen Schulsportplatz hinweg, desto höher wächst sie in den Himmel. Und wird in ein paar Wochen nicht mehr gebraucht. Abgerissen wird sie wohl dennoch nicht, wie keiner der Zäune, die das Flugfeld abschirmen. Mag sein, dass man damit auch die freizeitsportliche Inbetriebnahme des Areals nach dem verwaltungsseitig gefürchteten Vorbild Tempelhof verhindern will – zumal derzeit Pläne für eine Art Forschungs- und Industriepark vor sich hin reifen. Andererseits ist eine massenhafte Platzbesetzung diesmal weniger wahrscheinlich. Der Flughafen liegt ja nicht wie Tempelhof zwischen dicht besiedelten, zudem kaum mit Parks verwöhnten Wohngebieten, sondern ist umgeben von Kleingartensiedlungen im Südwesten, der Jungfernheide im Westen, dem Flughafensee im Norden und der Stadtautobahnschneise im Osten. Die in den fünfziger Jahren gebauten „Franzosensiedlungen“ mit zusammen knapp 700 Wohnungen wirken da, zwischen Verkehrsachsen und Flugfeld, wie verstreute Lebensnester.

Anderntags lerne ich Horst Lemke kennen, das wohl zweitoriginalste Berliner Original in dem, was Kiez zu nennen sich verbietet, zu disparat liegen die Häuser voneinander entfernt; zu wenig Infrastruktur auch, kaum Läden, kaum Kneipen. Und die einstigen französischen Supermärkte und sogar Kleinbuchhandlungen wurden ohnehin längst verrammelt. Immerhin, Lemke ist Geschäftsführer eines Wohnungsauflösungsunternehmens, aber seine Gambrinus GmbH ist ist der gewiss abseitigste Trödelmarkt der Stadt. Ich finde ihn hinter zwei Containern, auf denen tagein, tagaus die planespotter, die Flugzeuggucker hocken, und der Weg zu ihm führt geradewegs in die Werkräume meiner alten Schule. In der Tiefe seines labyrinthischen Entrümpelungslagers, aus dessen Schätzen sich, wie er sagt, auch Filmproduktionen gerne bedienen, thront er in einem tageslichtlosen Winzbüro. „Det wird mir bald zu ruhig hier“, da ist es ja, das Zitat, „da muss ick sehen, dass ick nach Michendorf komme.“ Seit drei Jahren arbeitet er hier, und weil er nebenan ein paar Möbellagerräume unterhält, hat er Schlüssel für das Hauptgebäude der alten Schule.

Das Erste, was mir im Haus durch den Kopf spukt: Alles wie immer. Dabei ist immer doch längst vorbei. Die geschwungene Fünfziger-JahreFreitreppe in den ersten und den zweiten Stock, von dem aus man einen fantastischen Blick über den Flughafen hat: Habe ich das damals gesehen? Wie dünn die Fenster waren, bis zum Schluss: Habe ich das damals gespürt? Wie sehr die Korridore hallen: Hat das damals irgendwen gestört? Immerhin sind die Flure zum Flugfeld hin gebaut und die Klassenzimmer nach Süden, zu den Schulhöfen, wo heute Tennisplätze sind. Aber die beiden großen Ahorne stehen noch immer. Die alte Turnhalle, jetzt ein Betonklotz mit Squash-Center. Im Musikraum residiert ein asiatischer Kampfsportklub. In einem Raum der achten Klassen hat der Tennisverein eine schmucke Bar eingerichtet. Kaum jemand hier weiß noch, dass das mal eine Schule war. Nur für mich, den Zeitzeugen, bleibt es: die Schule. Die die französische Militärverwaltung schon in den frühen sechziger Jahren umsiedeln wollte, erst wegen des Lärms und dann wegen der möglichen Flughafenerweiterung, Und dann blieb sie doch und blieb bis September 1974, weil um die Grundstücke in Tiergarten, wo sie hin sollte und wo sie heute auch steht, ewig gestritten wurde. Andererseits, wenn es nicht meine Schule wäre: Eigentlich längst abrissreif, das Ding.

So wird es eines Tages kommen, schließlich ist es ein Zweckbau ohne Denkmalschutz, nur eilig hat es die Bundesanstalt namens Bima damit nicht. Nicht dass ich Christine Conradt-Rakei, stellvertretende Hauptstellenleiterin der Abteilung Portfoliomanagement, speziell nach der Zukunft meiner gewesenen Schule frage, die Auskunft ergibt sich einfach im freundlichen Gespräch. Sicher wird die Bima auch die Cité Pasteur – wie die anderen flughafennahen Siedlungen – eines Tages verkaufen, aber einstweilen betreibt sie sie weiter, als Mischgebiet zwischen Wohnung und Gewerbe, wobei Horst Lemke und die anderen Kleinstnutzer des alten Schulkastens für Letzteres stehen. Und unter den Wohnungsmietern finden sich nach wie vor allerlei Bundesbedienstete, wie sich das für eine im Immobiliensektor tätige Bundesanstalt gehört.

Kaum zu glauben, dass sich der Krachsee namens Flughafen Tegel binnen Monatsfrist in einen ruhenden Riesenteich verwandeln soll: ein Witz angesichts der unabweisbaren Tatsache nahezu minütlich startender und landender Flugzeuge. Zumal die Welt oberhalb des Seenspiegels immer wieder mal Spektakuläres bietet: Erst am Montag dieser Woche donnerten vier Kampfjets über das Flugfeld, raunen sich die Anrainer zu.

Tags drauf bin ich bei der Institution zum Besuch angemeldet, deren Beschäftigte davon das Allergenaueste berichten können, der 3. Lufttransportstaffel der Flugbereitschaft der Bundeswehr. Sie hat ihren eigenen kleinen Flughafen auf dem großen Flughafen – auf der Nordseite des Areals, wo die Franzosen ihren Militärflugbetrieb abwickelten und wo bis 1974 auch das Abfertigungsgebäude für den zivilen Flugverkehr stand. Genau 20 Jahre später übernahm die Flugbereitschaft die Anlage von den Franzosen und änderte an dem Bau nichts Wesentliches.

Das Spektakel am Montag diente, so wird mir als protokollfernem und ungedientem Laien geduldig erläutert, dem sogenannten Großen Staatsbesuch, der in der Regel drei- bis viermal im Jahr vorkommt. Die amtlichen Ehren, mit denen diesmal der Großherzog von Luxemburg auf seiner ersten offiziellen Deutschland-Visite empfangen wurde, gehen so: Ab Eintritt in den deutschen Luftraum begleiten vier Phantom-Abfangjäger das Gastflugzeug. Am Boden erwarten den Staatsgast erstens große Beflaggung sowie zwotens am roten Teppich ein vom Wachbataillon der Julius-Leber-Kaserne gestelltes Ehrenspalier. Während der Gast oben an der Gangway steht, werden 21 Salutschüsse abgegeben. Und nun der aero-choreografische Clou: Die vier zwischenzeitlich nördlich von Berlin in der Luft „geparkten“ Phantome überfliegen exakt jetzt die festliche Szenerie. Okay, nicht immer klappt das Timing perfekt, aber, so versichern die Profis, jedes zweite Mal. Und anschließend geht’s per Staatsbesuchsempfangsfahrzeug zackzack raus aus dem Gelände und rein in die Stadt.

So viel Gepränge, so viel dienstlicher Alltag zugleich. Doch auch mit diesem Protokollzauber ist in Tegel Anfang Juni Schluss, denn die Flugbereitschaft zieht ebenfalls nach Schönefeld und dort auf das alte, nördliche Flughafengelände. Gleichzeitig aber beginnt das, was das vierte Leben des Flughafens Tegel heißen könnte: ein bescheidenes Nachspiel, das zudem an die allererste fliegerische Nutzung der Jungfernheide erinnert, an die Zeit der Luftschiffe und Raketenexperimente, als man noch keine Start- und Landebahnen brauchte. Denn drei Cougar-Hubschrauber bleiben einstweilen am alten Standort, weil es am neuen, so sagen die Militärs, unter anderem noch nicht die dafür passenden Hangars gibt. Noch sind 250 Soldaten in Tegel-Nord stationiert. Ab dem Sommer, wenn das Areal zur „kleinen Kaserne“ eines umzäunten Hubschrauberlandeplatzes schrumpft, soll ein Viertel dieses Personals genügen.

So bleibt Tegel, vielleicht sogar bis 2016, noch ein bisschen Fluglärm, wenn dann im Schnitt allenfalls zweimal täglich die Hubschrauber für den „Personentransport vornehmlich im politisch-parlamentarischen Bereich“ aufsteigen. Die großen Kerosinschwaden dagegen ziehen nach Süden, die planespotter von Lemkes Container ziehen mit, nur Axel Studnik bleibt der Lärm, jetzt bloß noch vom Kurt-Schumacher-Damm, und die Wand. Und meine Schule, die im Neubau-Überschwang des Jahres 1953 eine Zeitlang „Glaspalast“ genannt wurde, hat fast sechzig Jahre später endlich ihre Ruhe. Fast: Denn zum ersten Mal wird sie auf das Knirschen in ihrem Gebälk lauschen können. Und sich dabei ein bisschen unbehaglich fühlen, da bin ich mir sicher.

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