Berlin : Nur gegen Gebühr

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Die Polizei müsste endlich von belanglosen Privatproblemen der Bürger befreit werden. Zum Beispiel hat meine Tochter, die seit Dezember 2002 mit ihrer Familie in einem Zweifamilienhaus wohnt, bereits zweimal Besuch von der Polizei gehabt: Wegen angeblicher Wasserflecken in ihrem Badezimmer, und beim zweiten Mal wegen Wasserflecken unterhalb des Balkons. Mitbewohner und Anforderer der Polizei sind die Eigentümer der Parterrewohnung.

So etwas muss doch mit dem Vermieter der Wohnung meiner Tochter geklärt werden (inzwischen wurde bekannt, dass es bereits 80!! Rechtsstreite gibt) und nicht mit Hilfe der Polizei. Ein anderes Beispiel: Wir hatten in unserem EinfamilienReihenhaus vor längerer Zeit eine Hochzeit im Garten. Um 22 Uhr kam die Polizei aufgrund eines Anrufes der Nachbarin, weil ihr Hund sich an der Musik störte und jaulte. Die Polizei kam zwei weitere Male, wir musste die Musik abstellen. Obwohl ich in den nächsten Tagen in der Nachbarschaft angesprochen wurde, wie angenehm die Klänge der Musik (bei wirklich niedriger Lautstärke) waren.

Wenn die Anrufer jedes Mal Gebühren hätten bezahlen müssen, hätten die Fahrten der Polizei sicherlich nicht stattgefunden. Also: Ich bin für die Streichung von Polizeieinsätzen zum Schlichten von Bagatellstreitigkeiten – oder nur gegen Gebühr. Zahlen müsste dabei der Anrufer. Ich glaube, dass auch Polizisten sich bei derlei Aufgaben deplatziert vorkommen und demotiviert werden.

Ich bin so gerne Berlinerin und möchte, dass meine Stadt wieder agil, attraktiv (ist sie ja eigentlich) und positiv wird.

Ingrid Bohnsack

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