ÖPNV in Berlin : Kommt die S-Bahn diesmal pünktlich?

Beschaffung neuer S-Bahnen läuft nach Plan. Aber aktuelle Waggons und Technik machen weiter Probleme.

Helke Ellersiek
Bedingt einsatzbereit. Die Bahn braucht dringend neue S-Bahn-Züge.
Bedingt einsatzbereit. Die Bahn braucht dringend neue S-Bahn-Züge.Foto: imago/Jürgen Heinrich

Während die Berliner S-Bahnen weiterhin mit zu wenig Wagen unterwegs sind, liegt die Beschaffung der neuen Züge voraussichtlich im Zeitplan. „Die ersten Wagenkästen kommen im Oktober zur Montage nach Berlin“, sagt S-Bahn-Sprecher Ingo Priegnitz. Der erste der 106 geplanten Triebzüge – 21 Doppelwagen und 85 vierteilige Einheiten – soll im Jahr darauf fertiggestellt und rollfähig sein. Ab 2020 sollen sie nachts ihre Testfahrten auf dem Ring antreten, im Jahr darauf ist der Betriebsstart geplant.

Wegen der Wartung der aktuellen Zugflotte war es in den letzten Wochen im Linienbetrieb zu erheblichen Fahrzeugengpässen gekommen. Viele Radsätze der jüngsten und häufigsten Baureihe 481 hatten vor den Sommerferien die Grenze ihrer Laufleistung erreicht und mussten getauscht werden. Dabei waren die Hersteller der Radsätze in Lieferverzug geraten, die Wagen mussten in den Werkstätten auf die Ersatzteile warten.

Das führt dazu, dass seit Wochen einige S-Bahnen mit nur drei statt vier Doppelwagen fahren, was bedeutet: die ohnehin an der Kapazitätsgrenze fahrenden Bahnen sind zu Stoßzeiten und an Wochenenden oft überfüllt, die Fahrgäste genervt. „Der Radsatzwechsel läuft“, sagte Priegnitz am Dienstag, allerdings sei der Zeitplan immer noch verzögert und zu wenig Wagen unterwegs: „Derzeit fehlen nach wie vor zwischen 20 und 30 Viertelzüge“, sagt der S-Bahn-Sprecher. Mit kürzeren Zügen fahren daher weiterhin die Linien S 1, S 2 und S 7. Die seit Ende der Sommerferien vorgesehenen Verstärkerfahrten im Berufsverkehr wurden mangels einsatzbereiter Wagen gestrichen. Das gilt zunächst bis zu den Herbstferien; versprechen will Priegnitz aber nichts.

Auch die älteren Modelle 480 und 485 werden zur Zeit umgebaut. Das ist nötig, damit die 150 Doppelwagen („Viertelzüge“) aus den 1980ern und 90ern noch bis 2023 fahren dürfen.

Bisher nicht gelöst scheint ein akutes Problem auf der Ost-West-Trasse: Auch am Dienstag fielen wegen Stellwerksproblemen zwischen Ostkreuz und Ostbahnhof auf der S 3 und S 75 wieder viele Fahrten aus.

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