Berlin : Ohne Scheiß

Esther Kogelboom

über die neueste Werbe-Kampagne für Berlin Ehrlich gesagt, hab’ ich null Bock, diese Glosse zu schreiben. Aber was soll der Geiz. Es geht ja darum, möglichst viele Kids aus Westdeutschland heiß auf Berlin zu machen. Da müssen wir alle aus dem Quark kommen, finden die Berliner Marketingfuzzis, und haben für ihre neueste Werbebroschüre als Titel spontimäßig eine der abgefahrensten 80er-Jahre-Parolen aus der Versenkung geholt: „Bock auf Berlin.“ Schon ganz geil, aber noch nicht hundertprozentig zu Ende gedacht. „Alle reden von Berlin, aber keiner tut was dagegen“ – das hätte auch den letzten nordfriesischen Bauernsohn garantiert vom Hocker gerissen. Der wäre sofort losgetrampt, ohne Scheiß. Oder „Berlin geht kaputt – gehst du mit?“ Der Spruch hätte bei den Kids auch noch irgendwie einen sinnvollen Diskurs über die kritische Situation der Stadt provoziert. Die Marketingfuzzis haben aber lieber ihr Ding durchgezogen. Ätzend nur, dass null komma null Infos über Ost-Berlin drinstehen, wie man die Chose mit dem Zwangsumtausch regeln soll oder welchen Perso man braucht. Strange! Aber what shall’s? Stell dir einfach vor, es ist Berlin und keiner geht hin.

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