Berlin : Olivaer Platz: 50er-Jahre-Bau weicht Wohnhaus - Diplomaten blieben weg

CD

Die seit kurzem leer stehenden Ladenräume im zweistöckigen 50er-Jahre-Flachbau am Olivaer Platz 1 künden bereits von der Veränderung: Das vormals bezirkseigene Haus ist verkauft worden und soll bald abgerissen werden, um dort ein "Boarding House" zu bauen. Die darin geplanten Wohnungen will der Investor befristet an Geschäftsleute vermieten, die für einige Monate ein Quartier in Berlin suchen. Gemäß der Verkaufsausschreibung und einem BVV-Beschluss muss der Wohnanteil mindestens 50 Prozent betragen.

Laut Finanzstadträtin Monika Thiemen (SPD) wurde der Eigentümerwechsel vor wenigen Tagen notariell beurkundet. Bei dem Käufer handele es sich um eine eigens gegründete Projektentwicklungsgesellschaft. Leider sei Preis wesentlich niedriger ausgefallen, als er bei einer Veräußerung vor zehn oder 15 Jahren hätte sein können. Die Summe nannte die Stadträtin nicht.

Im Erdgeschoss mussten jetzt die Second-Hand-Kette "Humana", die Annahmestelle einer Schnellreinigung und ein Brautmodeladen ausziehen. Die Geschäfte hatten zuletzt nur noch Monatsverträge, zahlten dafür aber auch eine deutlich reduzierte Miete. Das Obergeschoss war jahrzehntelang von Banken genutzt worden. Das neue Gebäude soll höher als zwei Etagen sein und die Traufhöhe der Nachbarhäuser erreichen.

Zeitweilig hatte die BVV auch eine Botschaftsnutzung diskutiert. Die mittelamerikanischen Staaten Costa Rica, El Salvador, Guatemala, Honduras und Nicaragua hatten im vorigen September grundsätzliches Interesse an dem Haus signalisiert. Dann aber ließen die Diplomaten nichts mehr von sich hören.

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