Berlin : Olympia 2000: Eike Fietz flog über Los Angeles und Tonga in Richtung Sydney

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Eike Fietz ist unterwegs nach Olympia. Richtung Los Angeles, Hollywood, Venice Beach. Dann ab nach Tonga. "Vor über einem Jahr habe ich mit der Planung begonnen", erzählte Fietz vor der Abreise. Das Reisebüro hat ein paar Eckdaten bekommen und der 32-Jährige ein Rund-um-die-Welt-Ticket. Wenn schon ans andere Ende der Welt, dann bitte mit Zwischenstopps. Die Eröffnungsfeier in Sydney verpasst er, da hat er Kalifornien zwar hinter sich gelassen, ist aber noch irgendwo auf den Cook-Inseln unterwegs.

Fietz hat 1993/94 an der Universität von Melbourne studiert und Handball gespielt und in Sydney ein Praktikum in einer Anwaltskanzlei gemacht. Damals haben er und ein anderer deutscher Student sich geschworen, sich bei den Olympischen Spielen zu treffen. Fietz wundert sich selbst, dass es geklappt hat, aber jetzt ziehen sie tatsächlich gemeinsam los, mit ihren Frauen und dem einjährigen Baby des Kumpels.

"Wenn Olympia nicht in Sydney wäre, würde ich nicht hinfahren, die Spiele sind der Anlass, um wieder nach Australien zu kommen und Freunde zu besuchen", sagt Fietz. Bei ihnen kann er wohnen und spart sich die horrenden Hotelkosten, die andere Besucher zahlen müssen. Das Flugticket kostet etwas über dreitausend Mark, die Eintrittskarten zwischen 60 und 140 australischen Dollar pro Veranstaltung. Vor allem Schwimmen und Leichtathletik will er sich ansehen.

Auch die Abschlussfeier verpasst Fietz. Wenn manch einem vor Rührung Schauer über den Rücken oder Tränen über die Wangen laufen, ist der Rechtsanwalt schon nicht mehr da. Da erholt er sich bereits von all dem Olympiastress. Auf Bali. Das Rund-um-die-Welt-Ticket will schließlich genutzt sein.

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