Olympia in Berlin : LSB-Chef Böger fordert verbindliche Befragung zu Olympia

Der Senat will sich am Dienstag mit ersten Entwürfen für eine Olympia-Bewerbung der Hauptstadt befassen. Der Berliner Landessportbund-Chef Klaus Böger fordert von der Regierung eine verbindliche Befragung der Berliner.

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LSB-Präsident Klaus Böger (Archivbild).
LSB-Präsident Klaus Böger (Archivbild).Foto: dpa

Der Senat will am Dienstag „erste Entwürfe“ für das Interessenbekundungsverfahren zur Olympia-Bewerbung verabschieden, sagte Senatssprecher Richard Meng. In zwei Wochen will der Senat dann die Antworten auf die 13 Fragen des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) beschließen. „Ich erwarte, dass in dem Papier deutlich wird, dass das eine Diskussionsgrundlage ist, die breit diskutiert wird“, sagte Klaus Böger, Präsident des Landessportbundes (LSB), dem Tagesspiegel. Der Antwortkatalog muss bis 31. August beim DOSB eingehen.

Der frühere SPD-Sportsenator fordert vom Senat eine verbindliche Befragung der Berliner, ob sie für oder gegen eine Bewerbung für die Olympischen und Paralympischen Spiele 2024 oder 2028 sind. „Mit einer nicht repräsentativen Umfrage ist das nicht getan“, sagte Böger. Der Senat hat Ende Juli eine nicht repräsentative Umfrage auf der Webseite www.berlin.de gestartet, an der bisher mehrere tausend Bürger abgestimmt hatten. Oliver Wiedmann, Landeschef des Vereins „Mehr Demokratie“ in Berlin-Brandenburg, kritisierte ebenfalls vor kurzem, diese Umfrage liefere keine repräsentativen, statistisch verwertbaren Aussagen. Der Senat spricht dagegen von einem „ersten Stimmungstest“. Grüne, Linke und Piraten lehnen diese Art von Befragung dagegen strikt ab.

Laut einer repräsentativen Forsa-Umfrage sprechen sich wie berichtet 52 Prozent der Berliner für eine Austragung der Olympischen Spiele in Berlin aus.

Böger forderte neben einer Befragung der Bevölkerung auch eine „klare Diskussion“ und ein Votum des Abgeordnetenhauses. „Dem DOSB muss klar sein, dass eine verbindliche Befragung der Bevölkerung bis Dezember nicht möglich ist. Darauf muss der DOSB auch einlassen“, sagte der LSB-Präsident. Die DOSB-Mitgliederversammlung will am 6. Dezember entscheiden, ob und mit welcher der Bewerberstädte – Berlin oder Hamburg – der DOSB sich für die Austragung der Olympischen und Paralympischen Spiele 2024 oder 2028 bewerben wolle.

Nach dem Beschluss des DOSB veröffentlicht das Internationale Olympische Komitee (IOC) einen Tag später, am 7. Dezember, die „Olympic Agenda 2020“. Im Herbst 2015 muss sich dann der DOSB beim IOC anmelden. Im Herbst 2017 ist die Vergabe der Sommerspiele durch das IOC geplant.

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