Berlin : Orientierung für die Gäste: Berlinizer sollen weiterhelfen

Elisabeth Binder

Im Grunde geht es darum, freundlich zu Fremden zu sein. Während der WM und auch danach noch. Mit so einem schlichten Vorsatz allein ist es aber nicht getan, wenn Partner für Berlin, eine professionelle Werbeagentur und Sponsoren an dessen Umsetzung beteiligt sind. Dann muss eine Kampagne her und dazu ein schickes englisches Kunstwort, um sie zu kennzeichnen. In diesem Fall heißt es „Berlinizer“ und soll die Berliner Freundlichkeit international verständlich rüberbringen. Das klingt komplizierter als nötig, aber im Grunde ist es ganz einfach.

Gestern Mittag fuhren 32 Minis vor dem Rathaus Schöneberg vor. Auf das Dach gemalt war jeweils die Flagge eines WM-Teilnehmerlandes. Diese Minis wurden Diplomaten überreicht, damit sie während der WM entweder von Botschaftsangehörigen oder von freiwilligen Helfern durch die Stadt gefahren werden – und Fans weiterhelfen. Ein Gast aus, sagen wir, Paraguay, der vielleicht nicht weiß, wie er zum Stadion kommt, muss sich also nur noch auf die Zehenspitzen stellen, und Ausschau halten, ob sein Mini gerade vorbeifährt.

Es gibt aber auch noch eine andere Möglichkeit: Der Ratsuchende guckt einfach nach jemandem mit gelber Berlinizer-Plakette. Die bekommt man, wenn man im Internet unter www.berlinizer.com einen kurzen Test absolviert. In den ersten zwei Wochen haben sich bereits 4000 Freiwillige gemeldet, die den WM-Gästen weiterhelfen wollen.

Man solle das Bild nicht von radikalen Minderheiten verzerren lassen, sagte Walter Momper in einer Ansprache. Die meisten Berliner freuten sich auf die WM. Dann erklärte er, dass ein waschechter Berliner immer ein Zugezogener ist, weil der sich schließlich zur Stadt bekannt habe. Der Protokollchef des Auswärtigen Amtes, Bernhard von der Planitz, griff das in seinem Grußwort auf und zeigte sich glücklich, so zum echten Berliner ernannt zu sein, da er sich hier sehr glücklich fühle.

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