Berlin : Pädagogenmangel: Lehrer-Gewerkschaft gegen Quereinsteiger

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Den Vorstoß der Schulverwaltung, dem akuten Lehrermangel insbesondere an Berufsschulen mit teils fachfremden Quereinsteigern entgegen zu wirken, ist auf scharfe Kritik gestoßen. Die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Eva-Maria Stange, verwies auf alternative kurzfristige Strategien, die auf lange Sicht wirksamer seien. "Es darf keine Einstellungen von mangelhaft ausgebildeten Seiteneinsteigern geben", sagte sie gestern in Berlin. Vielmehr müssten die Ursachen des sinkenden Interesses am Lehrerberuf bekämpft werden, etwa das schlechte Image, die lange und mit Wartezeiten verbundene Ausbildung, die niedrige Besoldung im Referendariat und die steigende Zahl von Stellen mit Angestelltenstatus und Teilzeitarbeit.

Besonders im Osten seien die Arbeitsbedingen so schlecht, dass es kein Wunder sei, wenn Berufseinsteiger, von denen es ohnehin zu wenige gebe, sich in den alten Bundesländern oder gleich in einem ganz anderen Arbeitsbereich nach einer Stelle umschauten, sagte Stange. Als Gründe nannte sie die noch nicht erreichte Tarifangleichung sowie die im Osten noch schlechtere Aussicht auf Verbeamtung. "Solange wir hier nicht für bessere Bedingungen sorgen, ist die Diskussion um eine Qualitätssteigerung der Schulausbildung, die parallel zur Lehrermangel-Debatte läuft, eine Scheindiskussion."

Stange räumte jedoch ein, dass das Einstellen von Quereinsteigern als Sofortmaßnahme durchaus sinnvoll und sogar eine Bereicherug sein könne - allerdings nur dann, wenn diese eine fundierte pädagogische Zusatzqualifikation erhielten.

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