Berlin : Panda mit Pony

Anna Fischer ist nicht nur ein Schauspieltalent Sie kann auch richtig rocken – mit ihrer Punkband

Nana Heymann

Vor einer Woche hatte Anna Fischer ihren bislang größten Auftritt. Da stand sie bei der Verleihung der „Goldenen Kamera“ auf der Bühne der Ullsteinhalle in Kreuzberg und Moderator Thomas Gottschalk drückte ihr vor mehreren hundert Zuschauern im Saal eine Trophäe als beste Nachwuchsschauspielerin in die Hand. Unter anderem für ihre Rollen in der Vorabendserie „Berlin, Berlin“ und in dem Film „Liebeskind“. Als sie am Rednerpult stand, ist ihr vor lauter Aufregung schwarz vor Augen geworden. Dass sie einen Preis bekommen würde, wusste sie nämlich nicht. „Das war echt heftig, aber geil“, sagt Anna Fischer.

Am Dienstagabend im Frannz Club in Prenzlauer Berg sind es weitaus weniger Zuschauer, die gekommen sind, um Fischers Auftritt mit ihrer Band Panda zu sehen. Trotzdem ist es wieder da, dieses schwindlige Gefühl. Nicht nur deshalb, weil die 20-Jährige schwer erkältet ist, sondern weil ihr die Musik viel bedeutet. Seit ihrem zehnten Lebensjahr singt Anna Fischer. Gitarre spielt sie auch, aber das überlässt sie mittlerweile lieber ihrem Bandkollegen. Das Instrument wäre während ihrer überdrehten Show ohnehin nur im Weg.

Sobald die ersten Akkorde erklingen, legt die Schauspielerin voll los und geht in ihrer Rolle als Musikerin auf. Dann springt sie über die Bühne, rudert mit den Armen, singt sich die Seele aus dem Leib. Eine halbe Stunde lang, trotz Erkältung. Punkrock kann man das nennen, was Anna Fischer mit ihren vier Kompagnons da macht. Aber in solchen Kategorien will sie selbst gar nicht denken. Die Songs von Panda tragen Titel wie „Du kannst ma mal“ oder „Jeht kacken“. Anna Fischer singt sie mit Sehnsucht in der Stimme und schnoddrigem Dialekt. Aufgewachsen ist sie in Hohenschönhausen.

„Schauspielerei und Musik – das sind für mich wie beste Freundin und große Liebe. Ich will mich nicht für eins von beiden entscheiden“, sagt Anna Fischer nach der Show. Die Heiserkeit versucht sie mit Mineralwasser runterzuspülen. Es gelingt ihr nicht. Egal. Sie ist noch viel zu aufgedreht und will über ihre Musik sprechen. Zum Beispiel darüber, dass sie mit ihrer Band zwölf Songs aufgenommen hat. Das erste Panda-Album soll im Sommer erscheinen, Ende März kommt die Single „Jeht kacken“. Bis dahin hat Anna Fischer auch ihren nächsten Film abgedreht: „Fleisch ist mein Gemüse“ nach der Buchvorlage von Heinz Strunk.

Wieso die Band Panda heißt? „Weil mein Freund findet, dass ich aussehe wie ein Pandabär“, sagt Anna Fischer. Das habe sie sich bestätigen lassen – indem sie selbst Leute auf der Straße befragte. Andere wiederum fühlen sich aufgrund der akkuraten Ponyfrisur an Sängerin Mireille Mathieu erinnert. Auf einen Vergleich aber reagiert die Allroundkünstlerin allergisch: Wenn man sie auf singende Schauspielkolleginnen wie Julia Hummer oder Jana Pallaske anspricht. „Was andere machen, ist mir egal.“ Sie wolle keinesfalls in eine Schublade gesteckt werden.

Mehr zum Thema im Internet unter

www.myspace.com/allespanda

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