"Perspektive Deutschland" : Die Unzufriedenen leben in Berlin

Laut der Online-Umfrage "Perspektive Deutschland" sind nur 61 Prozent der Menschen in Berlin und Brandenburg mit ihren Lebensumständen zufrieden; bei den 15 Großstädten liegt Berlin sogar auf dem vorletzten Platz.

Berlin - Die Menschen in Berlin und Brandenburg sind mit ihrem Lebensumfeld deutlich unzufriedener als die Deutschen insgesamt. Das geht aus der weltgrößten gesellschaftspolitischen Online-Umfrage «Perspektive Deutschland» hervor, die die Unternehmensberatung McKinsey, das Magazin «Stern», ZDF und web.de am Mittwoch in Berlin vorstellten. Nur 61 Prozent der Berliner finden, dass man in der Hauptstadt gut leben kann. In Brandenburg waren sogar nur 51 Prozent mit ihrem Lebensumfeld zufrieden. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 69 Prozent.

Im Vergleich mit den Bundesländern liegt Berlin im unteren Mittelfeld, bei den 15 Großstädten kommt es - vor Duisburg - gar auf den vorletzten Platz. Die Hauptsorgen der Hauptstädter gelten ihrer finanziellen Situation und der Absicherung im Alter. Arbeitsmarkt (75 Prozent) und Bildung (45 Prozent) stehen für die Berliner als Reformthemen ganz oben an. Mehr als die Hälfte - und sechs Prozentpunkte mehr als der Bundesdurchschnitt - wollen mehr soziale Sicherung vom Staat. Insgesamt wurden über 38.000 Berliner befragt.

Die zufriedensten Brandenburger leben in Havelland-Fläming, 60 Prozent äußerten sich wohlwollend über ihre Region. In Lausitz- Spreewald, dem Schlusslicht, taten dies nur 38 Prozent. Die Brandenburger machen sich generell mehr Sorgen als die Deutschen insgesamt - vor allem um die Verschlechterung der finanziellen Lage. Größtes Reformthema ist für sie der Arbeitsmarkt. 52 Prozent - vier Punkte mehr als im Bundesdurchschnitt - wünschen sich mehr staatlichen Einfluss auf die soziale Sicherung. Auch der Ausbau von Freizeitangeboten für Jugendliche ist den Brandenburgern wichtig (77 Prozent). 17.392 Brandenburger wurden befragt.

Die Online-Umfrage wurde durch Straßen-Umfragen ergänzt, so dass für alle Alters- und Bevölkerungsschichten repräsentative Ergebnisse gewonnen werden konnten. (tso/dpa)

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