Philharmoniebrand : Glasermeister stand im Stau und wählte 112

Ein Glasermeister bemerkte am schnellsten, dass in der Philharmonie am Potsdamer Platz ein Feuer ausgebrochen war. Dank seines raschen Anrufs konnte die Feuerwehr Schlimmeres verhindern.

BerlinMichael Schwarz war um 13.57 Uhr der erste, der den Notruf wählte. „Ich stand im Stau auf der Potsdamer Straße“, berichtete der Glasermeister gestern. „Da kam gelber Rauch aus der Philharmonie, etwa ein Meter unterhalb des Dachfirstes.“ Zunächst dachte der Weißenseer daran, dass es eine Abluftanlage ist, doch dann sei der Qualm dichter geworden und „stoßweise und unkontrolliert“ gekommen. „Da war ich mir ziemlich sicher, dass es brennt“, sagt Schwarz. Schließlich hatte er an der roten Ampel in Höhe Staatsbibliothek besten Blick auf das Gebäude und eine knappe Minute Zeit. Hinter dem Lenkrad seines Auto sei ihm dann noch der Gedanke gekommen, ob er tatsächlich bei der Feuerwehr anrufen müsse, schließlich seien viele Fußgänger und Autofahrer unterwegs. Dann dachte er aber, „dass gerade bei großen Sachen sich jeder auf den anderen verlässt“ und wählte die 112.

Selbstverständlich wisse er, dass es die Philharmonie war, die brannte, betonte der geborene Berliner. „Vor vier Monaten war ich zuletzt dort im Konzert.“ Erst auf die völlig ungläubige Frage des Beamten in der Notrufzentrale – „Wirklich die Philharmonie???“– habe er gesagt: „Ein großes gelbes Gebäude am Potsdamer Platz.“ Als er seine Formulierung in der Abendschau hörte, wusste Schwarz, dass er tatsächlich der erste Anrufer bei der Feuerwehr war. Inzwischen „hatte ich das schon wieder aus dem Kopf verloren gehabt.“ Ha

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