Berlin : Planet Schwarzenegger

Der Terminator kennt Berlin gut. Heute ist er mal wieder in der Stadt – zur Premierenfeier

Matthias Oloew

Über seinen Besuch gab es vorab ungefähr genau so viele offiziellen Informationen wie vor dem des US-Außenministers. Fest steht: Am Sonntagabend landete Arnold Schwarzenegger, um heute zusammen mit seiner Filmpartnerin Kristanna Loken und anderen Prominenten die Europapremiere von „Terminator 3“ im Sony Center zu feiern. Er bleibt auffällig lange, diesmal, mindestens bis Dienstagabend, vielleicht sogar bis Mittwoch. Was er so lange hier macht? Auf die Frage gibt es nichts als offizielles Schulterzucken.

Schwarzenegger kennt sich aus in Berlin. Vor allem in Mitte, rund um den Gendarmenmarkt, am Salzufer in Charlottenburg und am Potsdamer Platz. Das sind die Orte, die der Ex-Mister-Universum besuchte in den letzten sieben Jahren. Angefangen hat es am Gendarmenmarkt. Da hatte Schwarzenegger zusammen mit anderen Hollywood-Kollegen eine Filiale der Restaurant-Kette „Planet Hollywood“ eröffnet. Im September 1996 war er zum ersten Mal dort – da wurde noch an der Inneneinrichtung der luxuriösen Bulettenbräterei gearbeitet. Schwarzenegger schritt über den roten Teppich – der damals, im Vergleich zu heute, insgesamt nicht einmal halb so oft in Berlin ausgerollt worden ist – und freute sich über das Interesse an ihm und seinem Restaurant. So gerührt war er, dass er erklärte, in Berlin werde es Apfelstrudel nach dem Rezept seiner Mutter geben. Hat alles nichts genutzt. Das Berliner „Planet Hollywood“ blieb von der Krise der Restaurantkette nicht verschont und ist inzwischen geschlossen. Stattdessen trainieren dort jetzt Schöne und Wohlhabende – der Edel-Sport- und Lifestyle-Club „Holmes Place“ ist eingezogen.

Den kennt Schwarzenegger inzwischen auch. Er war dort nämlich sporteln, zusammen mit einem anderen Muskelmann, Ralf Moeller. Die beiden trafen sich am Rande der Berlinale im letzten Jahr. Schwarzenegger hatte zwar keinen Film im offiziellen Programm, aber sein „Collateral Damage“ hatte zeitgleich Deutschlandpremiere. Überhaupt seine Premieren: immer umjubelt. Schwarzenegger hat treue Fans in der Stadt. Die warteten im Dezember 2000 geduldig stundenlang in der Kälte vor dem Cinemaxx am Potsdamer Platz, als er den Film „The 6th Day“ vorstellte. Schwarzenegger machte im Kino die Honneurs auf deutsch in seinem österreichisch-amerikanisch Slang – unnachahmlich.

Der am wenigsten bekannte Aufenthalt in Berlin: Im September 2002 kam Schwarzenegger für zwei Tage herbeigejettet, um sich im Maybach-Center von Mercedes- Benz am Salzufer umzuschauen. Das hätte er auch in München tun können, da gibt es auch einen Verkaufsraum für die Karosse, aber Schwarzenegger entschied sich für Berlin. Er gehört zu der umworbenen Käuferschicht für den Maybach: Seine Gage für „Terminator 3“ soll bei 30 Millionen Dollar gelegen haben. Ob Schwarzenegger allerdings einen Maybach bestellte, ist nicht klar. Vertraulichkeit, Sie verstehen.

Sein jüngster Aufenthalt ist erst vier Wochen her – er drehte in Potsdam „In 80 Tagen um die Welt“. Gewohnt hat Schwarzenegger immer (und so auch seit gestern) im Hotel Four Seasons am Gendarmenmarkt. Das ist ohnehin ein Hot Spot für die internationale Prominenz. Gäste in letzter Zeit waren unter anderem Robbie Williams, Cameron Diaz, Drew Barrymore, Nicolas Cage und die Rolling Stones. Als besondere Gäste seiner heutigen Filmpremiere hat Schwarzenegger die Berliner Medailliengewinner der Special Olympics eingeladen. Er unterstützt damit diese Sportveranstaltung für geistig Behinderte.

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