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Pogida und Gegendemo in Potsdam : Polizei löst Pogida-Versammlung auf - Sicherheit war nicht gewährleistet

In Potsdam haben am Mittwochabend rund 1000 Menschen gegen eine Kundgebung der islamfeindlichen Gruppe Pogida protestiert. Die Polizei griff ein.

von , und Christine Fratzke, Henri Kramer
In Potsdam findet zum zweiten Mal eine Pegida-Demonstration statt.
In Potsdam findet zum zweiten Mal eine Pegida-Demonstration statt.Foto: dpa

Mehr als 1000 Potsdamer haben am Mittwochabend auf dem Bassinplatz gegen eine Kundgebung der fremdenfeindlichen Pegida-Bewegung – in Potsdam Pogida – protestiert. An den Gegenprotesten beteiligte sich auch die Landesregierung. Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) hielt auf der Gegenkundgebung eine Rede.

Rechtextremes Gedankengut habe in Potsdam keinen Platz. Außerdem gab Jakobs bekannt, dass Pogida für den Mittwoch kommender Woche erneut eine Demonstration angemeldet habe. Auch dagegen werde man protestieren. "Wir lassen und nicht abschrecken", sagte er. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sagte, es sei nicht zu dulden, dass Rassisten auf Marktplätzen „unser Land in den Dreck ziehen“. 

Auf dem nördlichen Teil des Bassinplatzes hatten sich mehr als 200 Pogida-Anhänger versammelt, unter anderem NPD-Anhänger und Hooligans aus Berlin. Ihr Aufzugsplatz lag weitgehend im Dunkeln, die Laternen dort von der Stadt abgestellt wurden. Ein Großaufgebot der Polizei trennte die beiden Lager. Es blieb bei Anfeindungen zwischen den rechten Demonstranten und ihren Gegnern.

Gegen 19.45 Uhr begann die Polizei damit, die Pogida-Demo aufzulösen. Der Versammlungsleiter habe die Lage offensichtlich nicht im Griff gehabt, daher sei der Abbruch empfohlen worden, so die Polizei. Ab 20 Uhr verschärfte sich die Lage: An der Humboldtbrücke versuchten Gegendemonstranten eine mögliche Rückzugsroute von Pogida zu blockieren, dort wurden auch Polizisten angegriffen. Die Wasserwerfer fuhren auf. Gegen 22 Uhr löste sich die Gruppe der Gegendemonstranten am Hauptbahnhof auf. Die Teilnehmer der Pogida-Demo hatten den Hauptbahnhof zuvor per Bus und Bahn verlassen.

800 Beamte vor Ort

Nach den Ausschreitungen vor einer Woche in Potsdam, als Linke unter anderem einen Pogida-Bus beschädigt hatten, galt ein Flaschenverbot. Die Polizei, mit mehr als 800 Beamten und mehrere Wasserwerfer im Einsatz, führte Personenkontrollen durch. Außer einigen Böllerwürfen in Richtung Pogida waren die Proteste lautstark, aber weitestgehend friedlich.

Bereits am Nachmittag fuhren mehrere Polizei-Mannschaftswagen zum Bassinplatz, Polizisten bauten dort Hamburger Gitter auf. Sie wollen die beiden Lager voneinander trennen, hieß es bereits vorab. Eine erneute Blockade des rechten Abendspaziergangs wollte die Polizei nicht dulden, das Versammlungsrecht sollte unbedingt durchgesetzt werden.

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