Berlin : Politik mit Biss

Werner van Bebber

beglückwünscht Stadtrat Schulz zum Traveplatz Es ist schon irre, wie viel Toleranz Hundehalter in Berlin erwarten können. Die Stadt ist Deutschlands Hundehaufenmetropole. Auf den Wiesen riecht es nicht nach Wiese, sondern nach Hundekot. Fragt man Kinder, was sie hier an der Stadt am meisten stört, antworten sie regelmäßig: der Hundedreck. Doch als die Ordnungsämter eingerichtet wurden, war selbst die Frage, ob deren Mitarbeiter auch Hundebesitzer auf ihre Entsorgungsaufgaben hinweisen sollen, von politischer Brisanz. Da kommt es einem die Grenzen des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg überschreitenden Wunder gleich, dass dessen Baustadtrat Franz Schulz jetzt hundefreie Plätze schafft. Der Traveplatz ist der erste. Allerdings gehört es zu den Folgen der avantgardistischen Tat, dass die Nebenstraßen zugeschissen werden. Da ist wohl ein Ordnungsamtsspezialeinsatz fällig. Wichtiger aber: Schulz hat ein Tabu gebrochen. Man darf gespannt darauf sein, ob er Nachahmer in anderen Bezirken findet.

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