POLIZEI IM RATHAUS : Wenn der Bürgermeister ins Trudeln gerät

TORKELNDE POLITIKER

Der für die öffentliche Ordnung zuständige Stadtrat Martin Lambert (CDU) hat leicht torkelnd Schwierigkeiten, den grünen, gelben und roten Linien am Boden zu folgen. Gleich nebenan fällt es Bürgermeister Frank Balzer (CDU) am Steuer nicht leicht, die Spur zu halten. Und das alles vor den Augen der Verkehrspolizei. Die informiert gemeinsam mit dem Ordnungsamt zum Saisonauftakt im Reinickendorfer Rathaus am Eichborndamm über die Gefahren von Alkohol und Drogen im Straßenverkehr.

EINZIGER SIMULATOR

Beide Kommunalpolitiker sind stocknüchtern, die Trunkenheit wird ihnen wie auch interessierten Rathausbesuchern geschickt vorgegaukelt. „Unsere Zielgruppe sind in erster Linie junge Leute“ sagt Hauptkommissar Uwe Karck. Er ist Sachbereichsleiter bei der Polizeidirektion 1, die den einzigen Alkoholsimulator der Berliner Polizei betreibt. Der Wert ist nur auf 0,5 Promille eingestellt, doch schon werden die Reaktionen auf den plötzlich über die Fahrbahn laufenden Fußgänger und den unerwartet seine Spur wechselnden Bus deutlich langsamer.

Auf dem „Rauschparcours“ können die Fußgänger unter zwei Spezialbrillen wählen. Die rote simuliert den Blick bei 0,8 Promille, die schwarze bei 1,3 Promille. Da fangen die bunten Linien an zu tanzen und keiner hält mehr die Spur oder schafft es gar, der Acht zu folgen. „Da wird einem ja schlecht“, sagt Stadtrat Lambert.

ERNÜCHTERND

Beim Reaktionstest wird deutlich, wie gefährlich Raserei und unzureichender Sicherheitsabstand auch ohne Alkohol sind. Ich fahre mit 130 km/h, normales Autobahntempo. Als die rote Signallampe aufleuchtet, ist mein Fuß in 0,4 Sekunden auf der Bremse, stehen würde der Wagen allerdings erst nach 138,3 Metern. Mehrere Tage lang konnte man in Reinickendorf persönlich erleben, dass sich Alkohol und Straßenverkehr nicht vertragen. du-

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