Polizei: Wachs ist Gefahr Mehrere Demos zu Iran : Lichterkette mit Kerzen verboten

Wachsrückstände könnten „die öffentliche Sicherheit“ gefährden. Deshalb vebietet die Berliner Polizei erstmals Wachskerzen bei Lichterketten. Statt Kerzen sollen die Teilnehmer Taschenlampen, Knicklichter und Feuerzeuge benutzen.

Die Berliner Polizei hat erstmals den Gebrauch von Wachskerzen bei Lichterketten verboten. Somit dürfen bei der Mahnwache gegen das Regime im Iran am heutigen Freitag von 21.30 Uhr bis 23 Uhr auf dem Pariser Platz in Mitte keine Kerzen gehalten werden. Auch nicht bei der Lichterkette, die am Sonnabend in Sternform von 21.30 Uhr bis 0.30 Uhr vom Pariser Platz zur Amerikanischen, Britischen und Russischen Botschaft führen soll.

Statt Kerzen sollen die Teilnehmer Taschenlampen, Knicklichter und Feuerzeuge benutzen, sagt Veranstalter Lutz Bucklitsch. Das seien die Vorgaben der Versammlungsbehörde. Er selbst werde Kerzen mitbringen und gegen das Verbot klagen. „Es kann nicht sein, dass diese traditionelle Demonstrationskultur in der deutschen Hauptstadt verboten wird, selbst in München sind solche Lichterketten erlaubt.“

Die Polizei begründet das Verbot damit, dass durch die Wachsrückstände „die öffentliche Sicherheit“ gefährdet sei. Hintergrund ist der Streit um Bucklitschs Lichterketten-Aktion vom 25. Juni, nach der rutschige Wachsflecken die Gedächtniskirche und den Breitscheidplatz unsicher machten. Pfarrer Martin Germer zufolge unterstütze man das Anliegen der Mahnwache, man habe aber eine private Reinigungsfirma für rund 400 Euro beauftragen müssen. Diese Kosten sollte eigentlich Bucklitsch zahlen. Die Gemeinde hat sich jetzt aber mit ihm geeinigt. Nun aber will das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf Bucklitsch eine Rechnung über Reinigungskosten von 3000 Euro präsentieren. Dagegen will Bucklitsch klagen. Der zuständige Stadtrat in Mitte, Carsten Spallek (CDU) sagte, man habe nicht vor, Wachskerzen am Brandenburger Tor zu bemängeln.

Auch Amnesty International, Reporter ohne Grenzen und die Schriftstellervereinigung P.E.N. laden Sonnabend, am globalen Aktionstag für Iran, zu einer Kundgebung ab 13 Uhr am Potsdamer Platz Ecke Stresemannstraße in Mitte ein. Ab 15 Uhr soll eine Demonstration von dort über die Ebertstraße zum Pariser Platz führen. Eine weitere Demo ist für Sonntag ab 18 Uhr vom Platz des18. März zum Großen Stern im Tiergarten geplant. (kög/fet)

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