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Polizeieinsatz in Brandenburg : Junge Dänen nach Randaletour wieder frei

Ihre Randaletour unter Drogeneinfluss endete in der Zelle - jetzt sind drei der vier jungen Dänen, die in der Nacht zu Mittwoch die Brandenburger Polizei in Atem hielten, wieder frei. Einer der Mittzwanziger äußerte sich zudem zu einem bizarren Detail der Taten.

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Foto: dpa/Archiv

Neue Details zur Randaletour von vier jungen Dänen im Norden Brandenburgs: Alle sind wegen Drogenmissbrauchs bereits aktenkundig und haben auf dem Weg ins heimische Kopenhagen den gewalttätigen Abstecher in die Ostprignitz gemacht, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte. Die Identität der zwischen 21 und 24 Jahre alten Männer konnte in Zusammenarbeit mit den dänischen Behörden auch ermittelt werden. Drei von ihnen sind nach vorübergehender Unterbringung in der Klinik und im Polizeigewahrsam mittlerweile wieder auf freiem Fuß. In den Drogen sieht die Polizei auch die Ursache für das äußerst rabiate Verhalten der Vier.

Wie berichtet, meldete die Brandenburger Polizei am Mittwoch auf ihrer Internetseite unter der Überschrift "Dänen – Außer Rand und Band" eine Serie von merkwürdigen Zwischenfällen: Zunächst wurde die Polizei kurz vor 20 Uhr wegen einer Randale zu einem Supermarkt nach Kyritz gerufen. Ein Mann hatte sich laut Polizei dabei sogar im Verkaufsraum erleichtert und anschließend aus einem Regal verpackte Bettwäsche genommen, um sich zu reinigen. Danach randalierte er weiter. Als schließlich die Beamten eintrafen, fuhr gerade ein Auto mit dänischem Kennzeichen davon – allerdings hatten die beiden Insassen offensichtlich zwei Freunde vergessen, die noch vor dem Supermarkt standen; beide schienen angetrunken. Nach Feststellung der Personalien (und Sicherstellung eines Butterflymessers und eines Schlagrings) auf der Polizeiinspektion Neuruppin durften die 23 und 24 Jahre alten Dänen wieder gehen. Laut Zeugenaussagen hätten sie nicht randaliert - was eine Stunde später schon anders aussah.

Denn die beiden rasteten in einer Tankstelle in Neuruppin aus, einer der Männer beschädigte dabei die Eingangstür mit Fußtritten, und es flog ein Feuerlöscher gegen eine Scheibe. Die Polizei traf ein, nahm das Duo fest und brachte es auf die Wache. In der Zelle klagte einer von beiden über Platzangst und fing laut Polizei an, mit dem Kopf gegen die Wand zu schlagen. Ein herbeigerufener Arzt wies beide ins Krankenhaus ein, wo sie  an ihre Liegen gefesselt werden mussten. Weil einer der Männer bei der Festnahme blutete, vermutet die Polizei obendrein eine Verbindung zu einem Einbruch, der sich am selben Abend in der Stadt ereignet hatte: An der eingeschlagenen Fensterscheibe zu einem Bürogebäude haftete frisches Blut.

Mit dem Auto in den Straßengraben

Damit nicht genug: Kurz vor der Tankstellenrandale rückte die Polizei zu einem Unfall auf einer Landstraße in der Nähe aus. Ein Auto war im Straßengraben gelandet – jenes, das nach dem Zwischenfall im Supermarkt davongerast war. Weil sich beide Insassen laut Polizei auffällig verhielten, wurde ein Drogentest vorgenommen: Der eine hatte Cannabis, der andere Amphetamine genommen. Gegen beide schrieb die Polizei Anzeigen, weil sie jeweils behaupteten, am Steuer gesessen zu haben. Trotz allem kamen die Männer wieder auf freien Fuß – was die Polizei sicherlich hinterher bedauerte. Denn sie musste Mittwochmorgen um sieben Uhr erneut wegen der Dänen losfahren. Dieses Mal grölten sie an einer Tankstelle in Wittstock herum. Jetzt wanderten die Männer hinter Gitter, wobei einer später wegen seines Zustands zur Sicherheit ins Krankenhaus gebracht wurde.

Am Donnerstag durften dann drei der jungen Männer nach Zahlung einer Sicherheitsleistung wieder gehen. Was mit dem vierten geschieht, entscheidet sich am Freitag. Die Befragung der Männer gestaltete sich übrigens schwierig - nicht nur wegen ihres Zustands, sondern auch, weil erst ein Dolmetscher für Dänisch gefunden werden musste. Bei der Vernehmung versuchte sich auch jener Mann zu erklären, der für das bizarrste Detail der Randaletour verantwortlich war: Er habe sich im Supermarkt erleichtert, weil niemand auf seinen Ruf nach einer Toilette reagierte.

Schlimmer als die Polizei erlaubt: Die 25 schrägsten Polizeifälle aus Berlin lesen Sie hier in unserem Rückblick auf das Jahr 2014.

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